Schulsozialarbeit dauerhaft verankern - Aktionsbündnis startet Unterschriftenaktion

Gemeinsam unterzeichnen die Fraktionsvorsitzenden und Landrat Götz Ulrich die Unterschriftenliste zur dauerhaften Verankerung der Schulsozialarbeit.
Sie sind die Schnittstelle zwischen Jugendhilfe und Bildungseinrichtungen, bieten pädagogisch-psychologische Hilfe und führen Projekte zu Gewaltprävention, Sozialtrainings und Einzelfallarbeit durch. Für viele Schüler sind sie aber vor allem eines: Bezugspersonen, mit denen sie auf Augenhöhe Probleme aus dem Schullalltag besprechen können. Schulsozialarbeiter und Schüler verbindet ein enges Vertrauensverhältnis - im Idealfall. 33 Schulen im Landkreis beschäftigen aktuell Schulsozialarbeiter. Das ist nur rund ein Drittel der Bildungseinrichtungen. Finanziert wird die Schulsozialarbeit maßgeblich durch den Europäischen Sozialfonds; ein Förderprogramm, das im Juli 2020 ausläuft. Dass die Finanzierung auf Dauer nicht über Förderprogramme funktionieren kann, verdeutlichten dieser Tage Franziska Klering von der Netzwerkstelle "Schulerfolg sichern" des Burgenlandkreises und Kreiselternrat Michael Jacob. "Sehr kurze Projektlaufzeiten von anderthalb bis drei Jahren machen die Einzelfallarbeit für die Sozialpädagogen sehr schwierig. Denn zwischen Schülern und Schulsozialarbeitern braucht es eine Vertrauens- und Beziehungsbasis", betonte etwa Franziska Klering. Kreiselternrat Jacob pflichtete ihr bei und berichtete von einer Schulsozialarbeiterin aus dem Saalekreis. Sie hat sich bereits zum fünften Mal von ihren Schülern verabschiedet, weil sie nicht wusste, ob das Förderprogramm weiter bewilligt wird und sie ihre Stelle behält. "Für das Vertrauensverhältnis ist das nicht gut", konstatierte Jacob. Auch Aufgaben wie die Integration von Schülern mit Migrationshintergrund, Gemeinsamer Unterricht, Sozialtrainings und die Betreuung von Mobbingopfern wären ohne die Schulsozialarbeit kaum zu leisten.

Deshalb setzen sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft des Landes Sachsen-Anhalt, der Landeselternrat, der Landesschülerrat, die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung Schulsozialarbeit in Sachsen-Anhalt dafür ein, Schulsozialarbeit langfristig, nachhaltig und flächendeckend zu sichern. Zusammengeschlossen in einem Aktionsbündnis fordern sie vom Land Sachsen-Anhalt eine flächendeckende Versorgung aller Schulen mit Schulsozialarbeit und den Erhalt der regionalen Netzwerkstellen für Schulerfolg. Das soll möglichst unabhängig von Förderprogrammen geschehen. Dazu sammeln die Initiatoren Unterschriften. Zielsetzung: 100.000 Unterschriften bis zum 15. April. Auch Landrat Götz Ulrich und die Fraktionsvorsitzenden Christine Krößmann für die LINKE, Steffi Schikor für Bündnis 90/Die Grünen und Jörg Riemer für die CDU/FDP-Fraktion setzten mit ihrer Unterschrift ein klares Zeichen dafür, dass sie die Initiative unterstützen. "Bleibt eine langfristige Lösung zur Finanzierung der Schulsozialarbeit seitens des Landes aus, werden sich noch mehr Fachkräfte nach anderen sicheren Jobs umsehen und uns so als Schulsozialarbeiter verloren gehen", befürchtete Michael Jacob.

Mehr Informationen gibt es auf der Internetseite des Aktionsbündnisses: https://www.aktionsbuendnis-schulsozialarbeit.de/  

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