Brücke in Großjena feierlich freigegeben

110 Tonnen Betonstahl, 25 Tonnen Spannstahl und 630 m³ Beton - das ist die Kurzzusammenfassung der neuen Brücke über die Unstrut in Großjena. Oder wie es Ortsbürgermeister Jürgen Spielberg zur feierlichen Verkehrsfreigabe ausdrückte, "die vierte Brücke in 100 Jahren". Insgesamt wurde 14 Monate an der Brücke und den Straßenanschlüssen gebaut.

Im Beisein von Einwohnern, Baubeteiligten schnitten Landrat Götz Ulrich und Naumburgs stellvertretender Bürgermeister Armin Müller das Band durch. Damit gehört für viele Großjenaer und Pendler eine lange Belastungsprobe mit Sperrungen der Henne und der Kreisstraße K2233 endlich der Vergangenheit an. Landrat Götz Ulrich erinnerte daran, dass Bilder vom Hochwasser 2013 bei vielen auch nach fünf Jahren immer noch präsent seien. Damals herrschte in großen Teilen des Burgenlandkreises und darüber hinaus Land unter. Massive Schäden an Gebäuden und der Infrastruktur wurden sichtbar, als das Wasser abfloss.

So auch in Großjena. Die Brücke über die Unstrut mit den anschließenden Straßenrampen war stark geschädigt. Es gab erhebliche Setzungen in der Fahrbahn und Straßenausbrüche. Auch die Pfeilerbereiche wurden geschädigt. Zunächst war eine Reparatur der beschädigten Brücke angedacht, doch nach einer ersten Sofortsicherung wurde deutlich: die Schäden waren größer als erwartet, ein Ersatzneubau war notwendig. Für den Brückenneubau, die grundhafte Erneuerung der Straßenanschlüsse, die Durchführung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, Leitungssicherungen, archäologische Grabungen, Untersuchungen der Kampfmittelverdachtsflächen, Grunderwerb sowie ingenieurtechnische Leistungen der Brücken-, Straßen- und Grünplanung erhielt der Burgenlandkreis Fördermittel zur Beseitigung der Hochwasserschäden von ca. 3,4 Millionen Euro. Baustart war schließlich im Mai 2017. Die alte Brücke wurde bis Ende März 2018 zurückgebaut.

Die technischen Daten hatte Bau-Dezernentin Angelika Renner parat: 60 Meter lang und 6,50 Meter breit liegt die neue Unstrutbrücke vor Großjena. Die Kreisstraße K 2233 wurde auf einer Länge von rund 280 Metern ausgebaut. Gemeinsam mit Landrat Götz Ulrich dankte sie den am Bau Beteiligten, die ein anspruchsvolles Brückenbauwerk in einer sehr guten Qualität und mit optisch sehr passenden Straßenanbindungen hergestellt haben. Ein ganz besonderes Dankeschön überbrachten allerdings die Kinder des Kleinjenaer Max-Klinger-Kindergartens. Sie haben die Bauarbeiten in Großjena genau beobachtet und sie in einem extra gedichteten Lied vorgetragen. Die Bauarbeiter konnten sich außerdem über selbstgemalte Bilder freuen.

Die Restarbeiten am Brückenbauwerk wie die Geländer an den Böschungstreppen werden im September 2018 abgeschlossen. Darüber hinaus werden unter anderem noch acht Bäume und mehrere 100 Sträucher gepflanzt, Vogelnisthilfen sowie Greifvogelstangen angeordnet sowie Restflächen begrünt.

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