Landrat beruft Begleitausschuss „Demokratie leben!“

Begleitausschuss Demokratie lebenBegleitausschuss Demokratie leben

Im Kreistagssaal des Landratsamtes Naumburg wird regelmäßig Demokratie gelebt. Passender könnte der Ort demnach nicht sein für die Berufung eines Begleitausschusses „Demokratie leben!“ im Burgenlandkreis. Das Projekt gehört zu dem gleichnamigen Programm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das von 2020 bis 2024 in die nunmehr zweite Förderperiode geht. 15 Männer und Frauen werden im Begleitausschuss zukünftig beraten und entscheiden, wenn es um die strategische Ausrichtung des Programms im Burgenlandkreis und die Durchführung von Einzelprojekten geht. In den Ausschuss hat Landrat Götz Ulrich Persönlichkeiten berufen, die ehrenamtlich oder hauptamtlich in Gemeinderäten, Vereinen oder Gremien wie dem Jugendforum Burgenlandkreis engagiert sind. Auch die Volkshochschule, das Jugendamt und der Verein Miteinander e.V. sind im Beirat vertreten.

Wie Programmberaterin Anja Skrypek vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben zur offiziellen Berufungsveranstaltung am Freitag betonte, seien es Kernziele des Projekts, Demokratie zu fördern, Vielfalt zu gestalten und Extremismus vorzubeugen. Geschehen kann das durch eine ganze Reihe verschiedener Veranstaltungen: von Workshops über Tagungen bis hin zu Plakataktionen. Über allem stehe das Ziel, zivilgesellschaftliches Engagement für Demokratie zu stärken und jeder Form von Extremismus entgegenzuwirken.

Für Landrat Götz Ulrich ist der Begleitausschuss nicht nur ein Gremium, das finanzielle Mittel verteilen kann. „Der Begleitausschuss ist für mich eine Ideenschmiede der Demokratie“, sagte der Landrat.  Insbesondere jüngeren Menschen sei oft nicht bewusst, dass die Demokratie immer wieder gefährdet ist. „Die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts hat gezeigt, wie schnell an den Grundfesten unserer Demokratie gerüttelt wird. Und auch die jüngsten Ereignisse der Jahre 2015/16 wie auch in der Corona-Krise machen deutlich, dass nicht jeder die Demokratie schätzt. Deshalb müssen Jung und Alt gemeinsam nachdenken, wie sie erhalten werden kann.“

Neben dem Begleitausschuss unterstützt eine externe Fachstelle die Umsetzung des Projekts im Burgenlandkreis. Angesiedelt ist sie im Konrad-Martin-Haus in Bad Kösen und verantwortlich für die fachlich-inhaltliche Koordinierung der Einzelmaßnahmen. Der Austausch mit den Menschen vor Ort, Vernetzung, Weiterentwicklung der Öffentlichkeitsarbeit und die Erweiterung einer eigenen Bedarfsanalyse um eine externe Beratung durch die Hochschule Merseburg sind laut der Leiterin der Fachstelle, Antje Weiser, zukünftige Aufgabenschwerpunkte. Mit besagtem Forschungsauftrag soll ein Stimmungsbild zu (anti-)demokratischen Einstellungen im Landkreis entstehen. Denn neben der Durchführung von Einzelveranstaltungen ist es Aufgabe des Begleitausschusses, anhand der konkreten Gegebenheiten und Problemlagen vor Ort eine Strategie zur Stärkung der Demokratie zu entwickeln.

 

Hintergrund:
Bereits in der ersten Förderperiode von 2015 bis 2019 beteiligte sich der Burgenlandkreis am Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Wie Lutz Hilbig vom federführenden Jugendamt rückblickend ausführte, sind in dieser Zeit verschiedene Strukturen innerhalb des Landkreises geschaffen worden. Dazu gehören die Einrichtung der Fachstelle, die Berufung eines Begleitausschusses und die Gründung eines Jugendforums. Außerdem wurden vier Demokratiekonferenzen organisiert, im Jahr 2019 erstmals ein Demokratie-Award verliehen und insgesamt 31 Einzelprojekte gefördert. So befragte u.a. im Jahr 2016 im Rahmen von „Raum für Gedanken“ eine Journalistin Menschen auf öffentlichen Plätzen zu ihrer Lebenssituation. 2018 fand das Fotoprojekt von Frauen zum Thema „Würde.Selbst.Wählen“ auch über den Landkreis hinaus großen Anklang. Im vergangenen Jahr begeisterte das Eisenbahntheater INTEX in der Weißenfelser Neustadt, das Bewohner aktiv fürs Theater gewinnen wollte.