Unterhaltsvorschussleistungen
Unterhaltsvorschussleistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz
Alleinerziehende erziehen ihre Kinder meist unter erschwerten Bedingungen. Die Situation verschärft sich noch, wenn das Kind keinen oder nicht regelmäßig Unterhalt von dem anderen Elternteil erhält oder dieser nicht rechtzeitig gezahlt wird. Diese besondere Lebenssituation soll mit der Unterhaltsleistung nach dem Unterhaltsvorschussgesetz erleichtert werden.
Im Juli 2017 traten Neuregelungen zum Unterhaltsvorschuss in Kraft. Demnach wird Unterhaltsvorschuss nicht nur für Kinder bis zum 12. Lebensjahr gezahlt, sondern er wird bis zum 18. Lebensjahr ausgeweitet. Die Grenze der Bezugsdauer von höchstens 72 Monaten wird aufgehoben.
Ab 12 Jahren besteht der Anspruch auf Unterhaltsvorschuss, wenn das Kind keine SGB-II-Leistungen bezieht oder die Hilfebedürftigkeit des Kindes durch die Unterhaltsvorschussleistung vermieden werden kann oder der Alleinerziehende Elternteil mit Ausnahme des Kindergeldes über ein Bruttoeinkommen in Höhe von mindestens 600 Euro verfügt, wobei Beträge nach § 11b SGB II nicht abzusetzen sind.
Die Höhe des Unterhaltes richtet sich nach dem für die betreffende Altersgruppe festgelegten Mindestunterhalt. Die entsprechende Verordnung (Mindestunterhaltsverordnung) zur Festlegung des Mindestunterhaltes minderjähriger Kinder nach § 1612a I BGB wird vom Bundesministerium der Justiz festgelegt.
Nach Berücksichtigung des vollen Erstkindergeldes (250,00 €) ergeben sich ab 01.01.2024 folgende Unterhaltsvorschussbeträge:
1. Altersstufe (0 – 5 Jahre) in Höhe von 230,00 €
2. Altersstufe (6 – 11 Jahre) in Höhe von 301,00 €
3. Altersstufe (12 – 17 Jahre) in Höhe von 395,00 €
Der Unterhaltsvorschuss kann beim Jugendamt beantragt werden.