Zweite Chance genutzt: Hauptschul-Zeugnisübergabe für STABIL-Teilnehmende in Weißenfels
17 junge Frauen und Männer haben am letzten Schultag vor den Sommerferien von der Zukunftswerkstatt Mitteldeutschland GmbH (ZWM) in Weißenfels ihre Abschlusszeugnisse überreicht bekommen. 14 von ihnen haben den Hauptschulabschluss bestanden, drei weitere erhalten eine Bescheinigung über bereits erfolgreich abgelegte Prüfungsteile. Die jungen Menschen stammen aus den Projektstandorten Weißenfels, Naumburg und Zeitz und gehören dem Projekt STABIL an.
Die Übergabe der Zeugnisse übernahm Robert Aßmann, der als Sozialdezernent im Landratsamt unter anderem für das Jobcenter, das Amt für Bildung und das Jugendamt zuständig ist. Das STABIL-Projekt, in dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihren Hauptschulabschluss nachgeholt haben, ist ein vom Burgenlandkreis initiiertes und aus dem Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+), Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt und vom Jobcenter Burgenlandkreis finanziertes Jugendsozialprojekt.
Sozialdezernent Robert Aßmann: „Gelegentlich werden die finanziellen Mittel für solche Projekte auch kritisch hinterfragt. Heute konnten wir jedoch einmal mehr zeigen, wie gut dieses Geld angelegt ist. 14 junge Menschen, die noch ihr ganzes Leben vor sich haben, haben nun eine vielfach höhere Chance, dieses Leben selbstbestimmt und erfolgreich zu leben.“
Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen: Die beste Absolventin schloss mit einer Gesamtnote von 2,2 ab, der beste Absolvent mit 2,4. Ebenso wichtig wie die Noten sind die konkreten Anschlussperspektiven – mehrere Männer und Frauen beginnen nun eine Ausbildung oder eine Einstiegsqualifizierung, andere treten eine Beschäftigung in Logistik, Gastronomie oder im sozialen Bereich an; einige haben ihre Bewerbungsverfahren noch laufen.
Für Klaudia Ruppelt, Regionalleiterin der ZWM im Burgenlandkreis, zählt neben den Zahlen vor allem der Weg dorthin: „In STABIL kämpfen wir gegen so viele soziale Probleme, die den jungen Menschen den Start ins Leben verbauen: Armut, schwierige Elternhäuser, Suchtprobleme, Schulden, Krankheit, langjährige Perspektivlosigkeit usw. Rückschläge für die Teilnehmenden und das sozialpädagogische Personal gehören zum Projektalltag. Aber heute haben wir alle einmal mehr erlebt, dass sich Anstrengung lohnt.“
Über das Projekt STABIL
STABIL steht für „Selbstfindung – Training – Anleitung – Betreuung – Initiative – Lernen“. Das Projekt richtet sich an förderungsbedürftige junge Menschen – in der Regel unter 27 Jahren –, die bislang ohne Schul- oder Berufsabschluss geblieben sind und beim Einstieg in Ausbildung und Arbeit besondere Unterstützung benötigen. Kern des Ansatzes ist das „produktive Lernen“ in mehreren praktischen Produktionsbereichen, verbunden mit intensiver sozialpädagogischer Begleitung, Stützunterricht bis zum Hauptschulabschluss über die Nichtschülerprüfung sowie Sprachförderung. Im Burgenlandkreis ist STABIL an den Standorten Weißenfels, Naumburg und Zeitz vertreten. Gefördert wird das Projekt im Rahmen der Landesrichtlinie REGIO AKTIV aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) und des Landes Sachsen-Anhalt, kofinanziert von Jobcenter Burgenlandkreis und initiiert vom Burgenlandkreis selbst.
Über die Zukunftswerkstatt Mitteldeutschland GmbH
Die Zukunftswerkstatt Mitteldeutschland GmbH ist ein Bildungs- und Sozialunternehmen mit Sitz in der Lutherstadt Eisleben, 160 Mitarbeitenden und 12 Standorten in Süd-Sachsen-Anhalt. Im Burgenlandkreis ist sie in Weißenfels, Naumburg, Zeitz und Hohenmölsen vertreten. Die ZWM verbindet dabei u. a. Jugendhilfe und Jugendsozialarbeit, berufliche Bildung, Qualifizierung und Orientierung, Sprachkurse, Sozialprojekte für Erwachsene und Schülernachhilfe. Im Mittelpunkt steht der Anspruch, jungen Menschen unabhängig von ihrer Ausgangslage tragfähige Wege in Bildung, Ausbildung und Beschäftigung zu eröffnen.
Zahlen & Fakten
In ihren vier STABIL-Projekten im südlichen Sachsen-Anhalt hat die ZWM in den letzten Jahren weit mehr als 1.000 junge Menschen betreut, von denen rund 300 nach Projektende eine Anschlussperspektive in Beruf oder Ausbildung hatten. Zusätzlich wurden rund 80 Hauptschulabschlüsse nachgeholt.
Quelle: Zukunftswerkstatt Mitteldeutschland GmbH