Landrat Ulrich setzt sich für Landesförderung der Naumburger Straßenbahn ein
Landrat Götz Ulrich setzt sich für eine Fortsetzung der Landesförderung für die Naumburger Straßenbahn ein und hat sich dazu an Landesverkehrsministerin Dr. Lydia Hüskens gewandt. Seit 2011 erhält die Naumburger Straßenbahn vom Land Sachsen-Anhalt Zuwendungen für den Betrieb mit ausschließlich historischen Straßenbahnen, die seit 2017 unverändert sind und jährlich 70.600 Euro betragen. Die Förderung soll laut den aktuellen Haushaltsplanungen Ende 2027 gänzlich auslaufen.
Landrat Götz Ulrich: „Burgenlandkreis und Stadt haben der Naumburger Straßenbahn in den zurückliegenden Monaten erhebliche finanzielle Zusagen für die kommenden Jahre gemacht, um den Straßenbahnbetrieb weiter aufrechtzuerhalten. Jetzt ist auch das Land am Zug, seine Mittel aufzustocken und zu verlängern. Der Betrieb der historischen Bahnen ist das Aushängeschild, kann aber nur gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen.“
Die Zuwendungen des Landes werden für den dauerhaften Betrieb mit ausschließlich historischen Straßenbahnen vor allem für technisches Fachpersonal, das in der Lage ist, historische Schienenbahnen zu unterhalten, auch über 2027 hinaus dringend benötigt.
Landrat Ulrich weiter: „Ein Wegfall der Landeszuwendungen würde die kommunale Finanzierung belasten und den Weiterbetrieb der historischen Naumburger Straßenbahn im Stadtverkehr gefährden. Deshalb muss die politische Entscheidung über das Auslaufen der Förderung nochmals überdacht werden.“
In einem Antwortschreiben der Ministerin an Landrat Ulrich heißt es, dass sie wie Landrat Götz Ulrich die Naumburger Straßenbahn als touristisches und kulturhistorisches Aushängeschild des Landes sieht. Auch will sich die Ministerin für eine Fortführung der Förderung über 2027 hinaus einsetzen.
Hintergrund:
Im vergangenen Jahr haben der Burgenlandkreis und die Naumburger Straßenbahn GmbH (NSB) eine sogenannte Dienstleistungskonzession geschlossen. Dies ist ein entgeltlicher Vertrag, bei dem der Landkreis als öffentlicher Auftraggeber die Naumburger Straßenbahn GmbH mit der Erbringung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) innerhalb des Stadtverkehrs Naumburg (Abschnitt vom Naumburger Hauptbahnhof bis zum Salztor auf der bisherigen Linie 4) beauftragt.
Der Kreistag des Burgenlandkreises hatte im Dezember 2024 dem Vorschlag von Landrat Götz Ulrich zugestimmt, die Naumburger Straßenbahn in den Personennahverkehr des Burgenlandkreises einzubinden. Hierfür wurde ein jährlicher Zuschuss in Höhe von rund 120.000 Euro für das Jahr 2025, ab 2026 jährlich aufwachsend, bis Ende 2029 beschlossen.
Die NSB erhält derzeit bereits jährlich folgende Zuschüsse des Burgenlandkreises:
- Zuweisungen aus dem ÖPNV-Gesetz des Landes Sachsen-Anhalt von jährlich 205.600 Euro
- Zahlung der Personenverkehrsgesellschaft Burgenlandkreis zum Tarifausgleich für die Anerkennung des MDV-Verbundtarifs von jährlich ca. 30.000 Euro
Hinzu kommt ein jährlicher Zuschuss der Stadt Naumburg sowie die Bereitstellung des Schienennetzes, das im Eigentum der Stadt Naumburg liegt, sowie des Depots.