Kreistag des Burgenlandkreises beschließt Haushalt für 2026

Grundlage für wichtige Investitionen in Schulen, Straßen und Gefahrenabwehrzentrum

Der Kreistag des Burgenlandkreises hat am 30. März 2026 den Haushaltsplan für das Jahr 2026 beschlossen. Dieser umfasst im Ergebnis Erträge in Höhe von rund 337 Millionen Euro - dem gegenüber stehen Ausgaben von rund 360 Millionen Euro. Daraus resultiert ein Defizit in Höhe von rund 23 Millionen Euro.

Lediglich eine Million Euro an Rücklagen stehen dem Landkreis zur Verfügung, um das Defizit zu decken. Da der übrige Betrag von 22 Millionen Euro ungedeckt bleibt, muss der Landkreis erneut ein Haushaltskonsolidierungskonzept aufstellen – mit Maßnahmen, die Kosten senken und Einnahmen erhöhen sollen, um einen Haushaltsausgleich zum nächstmöglichen Zeitpunkt, spätestens bis zum Jahr 2034, aufzuzeigen. Das Konsolidierungskonzept enthält zwölf neue Maßnahmen – dazu zählen höhere Gebühren für die Kreismusik- und Volkshochschule, die Vermietung von Parkplätzen und die Einführung des neuen Rufbusverkehrs im westlichen Burgenlandkreis ab August 2026.

Ein maßgebender Grund für das hohe Defizit liegt im Sozialbereich. So steigt der Zuschuss für die Jugendhilfe um fünf Millionen Euro, genauso wie die Schulbeförderung (plus von 1,6 Millionen Euro). Auch eine um 9,3 Millionen Euro niedrigere Kreisumlage sorgt für das hohe Defizit. Im Haushaltsplan 2026 ist die Kreisumlage mit 87 Millionen Euro veranschlagt.   

Landrat Götz Ulrich: „Mit einem Finanzierungsdefizits von fast 30 Milliarden Euro in den Landkreisen und Gemeinden in Deutschland war 2025 das Jahr mit dem höchsten Finanzierungsdefizit seit der Wiedervereinigung. In diesem Jahr wird sich die Lage nicht verbessern. Allein für die Landkreise in Sachsen-Anhalt liegt das geplante Finanzierungsdefizit in den Ergebnisplänen bei rund 200 Millionen Euro. Es braucht deshalb eine umfassende strukturelle Reform der Kommunalfinanzen, die sowohl die Einnahme- als auch die Ausgabeseite umfasst. Insbesondere muss grundsätzlich an die kommunalen Ausgaben für soziale Leistungen herangegangen werden und ihre Wachstumsdynamik gerade in den Bereichen mit hohen Zuwachsraten deutlich zurückgeführt werden. Im Burgenlandkreis betragen – betrachtet auf einen Konzernabschluss unter Einbeziehung unseres kreiseigenen Jobcenters – die Ausgaben für Sozialleistungen bereits 75 Prozent unserer Ausgaben.“

Der Burgenlandkreis plant in diesem Jahr Investitionen in Höhe von knapp 56 Millionen Euro. 46 Millionen sollen allein in Hochbaumaßnahmen fließen, fünf Millionen in den Kreisstraßenbau. Im Fokus stehen vor allem Bauvorhaben im Bildungsbereich wie die Errichtung der Bildungscampus Naumburg und Weißenfels sowie die Sanierung der Pestalozzischulen in Zeitz. Aber auch Sachinvestitionen in die Berufsbildende Schule in Zeitz für die Ausbildung im Bereich E-Mobilität sind vorgesehen, ebenso wie ein Schulbudget von 5.000 Euro je kreiseigene Schule für kleinere Maßnahmen. Abgeschlossen soll in diesem Jahr der Bau des neuen Gefahrenabwehrzentrums werden.

Sobald die Genehmigung des Haushaltes durch das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt vorliegt, können die vom Kreistag bewilligten Mittel verwendet werden.