Kloster Memleben: Bildungszentrum eröffnet – Barrieren in Kirche, Klausurhof und Ostflügel abgebaut

Im Beisein von Landrat und Stiftungsvorstand Götz Ulrich und Landesbildungsminister Jan Riedel ist am 28. Mai 2026 im Kloster Memleben ein neues Bildungszentrum eingeweiht worden – gleichzeitig wurde das Ende der barrierefreien Umgestaltung der Klosterkirche und des Klausurhofes gefeiert.

Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf 5,5 Millionen Euro. Aus dem Bund-Länder-Programm „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ flossen 4,4 Millionen Euro in das Vorhaben – auch das Land Sachsen-Anhalt unterstützte das Projekt mit rund 720.000 Euro aus Denkmalpflegemitteln. Eigenmittel steuerte der Burgenlandkreis in Höhe von 240.000 Euro bei, die zahlreichen kulturellen Einrichtungen im Kreisgebiet zur Unterstützung von dringenden Investitionen seit 2019 zugutekamen. 

Dabei wurde zwischen Nord- und Ostflügel der Klosterklausur ein ehemaliger DDR-Rohbau abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Auf einer Fläche von rund 120 m² soll das Bildungszentrum als außerschulischer Lernort für Gruppen, Veranstaltungsort für Fachvorträge oder auch als buchbarer Seminarort dienen. Ein Pädagogikraum mit Werkstattcharakter im Erdgeschoss bietet Platz für rund 60 Schüler. Auf spielerische Art bekommen die Kinder dabei die Geschichte des Kloster Memlebens vermittelt. Ein Mehrzweckraum im Obergeschoss kann von bis zu 50 Personen genutzt werden – etwa für Tagungen, Seminare, Vorträge oder sonstige Veranstaltungen. Ein Gewölbekeller unter dem Ostflügel, der durch das neue Treppenhaus nach Jahrzehnten erstmalig wieder zugänglich ist, bietet für kleine Gruppen einen zusätzlichen Veranstaltungsraum. Die Räumlichkeiten im Dachgeschoss ermöglichen einen atemberaubenden Ausblick auf das Unstruttal und spirituelle Angebote, Meditation und Sport. Das Gebäude weist zudem ein barrierefreies Treppenhaus auf, wodurch die Ausstellung „Wissen und Macht“ im Obergeschoss des Ostflügels jetzt für jedermann erreichbar ist.

Im Verlauf von Abriss und Neubau wurden die Klosterkirche und der Klausurhof barrierefrei umgestaltet. Bereits im Sommer 2024 konnten diese Arbeiten abgeschlossen werden. Seitdem können alle Personen mit oder ohne körperliche Beeinträchtigungen den Außenbereich, alle Ausstellungsbereiche im Erdgeschoss der Klausurgebäude, das Refektorium sowie die Ausstellung im Obergeschoss des Ostflügels bequem und problemlos besuchen. Neben Wegen wurde dabei auch erstmalig eine Beleuchtung in Kirche und Hof errichtet, was gleichzeitig Veranstaltungsmöglichkeiten in den Abendstunden eröffnet. 

Landrat Götz Ulrich: „Nachdem wir vor einem dreiviertel Jahr das Richtfest feiern konnten, ist nun die letzte Etappe auf dem Weg zu unserem neuen Bildungszentrum gemeistert worden. Allen, die daran mitgewirkt haben, gilt mein großer Dank. Das Bildungszentrum wird das Kloster Memleben als außerschulischen Lernort weiter aufwerten – Kinder und Jugendliche können nun noch intensiver und umfassender die Historie des ottonischen Memorialortes erleben und erfahren.“ 

Andrea Knopik, Leiterin des Museums Kloster und Kaiserpfalz Memleben: „Nicht weniger von Bedeutung ist unser großer Schritt zu einer barrierefreien Umgestaltung der Klosteranlage. Endlich ist es möglich, die Schönheit der Kirchenruine und des Klausurhofes zu genießen, ohne ständig Angst vor einem Sturz haben zu müssen. Die Dreischiffigkeit der ehemaligen Basilika kann viel besser vermittelt werden, die Wege sind leicht zu begehen und die tolle Ausstellung im Ostflügel erstmalig barrierefrei erreichbar. Das ist für unsere Besucher ein toller Mehrwert.“