Erster Qualifizierungskurs von "insoweit erfahrenen Fachkräften" im Burgenlandkreis abgeschlossen
Zum ersten Mal wurde im Burgenlandkreis vom Jugendamt ein Qualifizierungskurs der „insoweit erfahrenen Fachkräfte“ angeboten. Die 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten hierfür im März 2026 von Jugendamtsleiter Patrick Schatz im Landratsamt Naumburg ihre Zertifikate.
Die Teilnehmenden, mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen, kommen aus dem Kita- und Hortbereich, aus der Schulsozialarbeit, dem ambulanten JH-Bereich sowie aus dem Gesundheits- und Jugendamt der Kreisverwaltung des Burgenlandkreises. Seit Dezember 2025 absolvierten die nun „insoweit erfahrenen Fachkräfte“ die Qualifizierung mit einem Stundenumfang von insgesamt 56 Unterrichtseinheiten.
Die Inhouse-Schulung, gegliedert in Basismodul, Aufbaumodul und Reflexionstag wurde durch den Kinderschutzbund Landesverband Thüringen e.V., mit dem Hauptreferenten Herrn Gans sowie weiteren externen Referenten durchgeführt.
Hintergrund:
Zum Schutz von Kindern und Jugendlichen nimmt die fachliche Einschätzung von Gefährdungslagen eine zentrale Bedeutung ein. Der § 8a des Achten Buches Sozialgesetzbuch (SGB VIII) verpflichtet Träger der Kinder- und Jugendhilfe, bei gewichtigen Anhaltspunkten für eine Kindeswohlgefährdung geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen und dabei eine „insoweit erfahrene Fachkraft“ hinzuzuziehen. Mit der Qualifizierung kommt der Landkreis ebenso seinem gesetzlichen Auftrag nach.
Die Fortbildung zur „insoweit erfahrenen Fachkraft“ vermittelte fundierte Kenntnisse und Wissen zu rechtlichen Grundlagen und schulte die Handlungssicherheit für die fachliche Beratung und Begleitung in Kinderschutzfällen. Die Teilnehmenden erlernten Methoden der Risiko- und Gefährdungseinschätzung sowie die Fähigkeit, in Gefährdungssituationen angemessen zu handeln. Dabei wurden praxisnah Handlungsschritte ausgearbeitet, Gespräche mit Eltern, Betroffenen oder Familien im Rollenspiel trainiert. Zukünftig werden die ausgebildeten „insoweit erfahrenen Fachkräfte“ für Beratungsanfragen in Kinderschutzfällen verfügbar sein.
Die vielfältige Expertise der qualifizierten Fachkräfte trägt zur Qualitätssicherung im Kinderschutz bei und unterstützt, Risiken frühzeitig zu erkennen und angemessen zu handeln.
Die Finanzierung des Kurses erfolgte zu 90 Prozent durch Zuwendungen des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt. Die verbleibenden 10 Prozent wurden durch den Landkreis übernommen. Für die Teilnehmenden war das Kursangebot kostenfrei.