Erster Dialog Bundeswehr zum Thema Umweltschutz im Zeitzer Forst
Der erste Dialog Bundeswehr in Zusammenarbeit mit dem Burgenlandkreis hat am 21. März 2026 in der Pionierkaserne Gera mit rund 20 anwesenden Gästen - darunter Landrat Götz Ulrich - stattgefunden. Dazu hatten zum Auftakt dieses neuen Veranstaltungsformates die Bundeswehr und der Burgenlandkreis eingeladen, um über den Umweltschutz im Zeitzer Forst ins Gespräch zu kommen. Eingeladen zu dieser nicht öffentlichen Veranstaltung wurden die Mitglieder des Naturschutzbeirates des Burgenlandkreises sowie weitere Vertreter des Naturschutzes und der lokalen Politik, um sich über getroffene und geplante Umweltschutzmaßnahmen in dem von der Bundeswehr Gera genutzten Bereich des Zeitzer Forstes, der als Standortübungsplatz für Ausbildungszwecke genutzt wird, zu verständigen. Dabei wurde auch eine Exkursion in den Militärischen Sicherheitsbereich des Zeitzer Forstes unternommen.
Landrat Götz Ulrich: „Der Zeitzer Forst ist zum einen ein ökologisches Juwel, dessen Erhalt uns allen am Herzen liegt, und zum anderen ein wertvolles Instrument im Zuge der Ausbildung unserer Bundeswehr. Deshalb sind wir im permanenten Austausch zur militärischen, aber vor allem zur zivilen Nutzung des Zeitzer Forstes. Und hier wir haben Erfolge vorzuweisen. Gemeinsam mit der Verbandsgemeinde Droyßiger-Zeitzer-Forst haben wir es geschafft, einen Wanderweg auf den DBU-Naturerbeflächen von Kampfmitteln zu beräumen und diesen nicht nur für die Blaulichtorganisationen freizugeben, sondern auch für die Bevölkerung. Im Juni 2024 konnte der Weg freigegeben werden. In Kürze können wir sogar noch eine Erweiterung des Weges bis zum Bereich des Breitenbacher Spielplatzes eröffnen.“
Neben der militärischen besitzt das insgesamt 18 Quadratkilometer große Waldgebiet zwischen Zeitz und Gera als Flora-Fauna-Habitat (FFH) und Vogelschutzgebiet eine enorme ökologische Bedeutung, die es zu bewahren gilt. Ein gesetzlich vorgeschriebener Managementplan, dessen Einhaltung regelmäßig behördlich überprüft wird, soll die militärische Nutzung mit den Natur- und Umweltschutzanforderungen in Einklang bringen. Im Zeitzer Forst leben mit der Waldeidechse und der Blindschleiche zwei besonders streng geschützte Arten. Auch gefährdete Pflanzen wie die Nelken-Haferschmiele, die verschiedenblättrige Kratzdistel oder die Kümmelblättrige Silge existieren in dem Gebiet und müssen geschützt werden.
Um dies zu gewährleisten, finden in Zusammenarbeit unter anderem mit dem Umweltamt des Burgenlandkreises verschiedene Schutzmaßnahmen im Zeitzer Forst ihre Anwendung. Zahlreiche Auflagen, temporäre Sperrungen von Übungsplatzabschnitten, Betretungsverbote und Nutzungseinschränkungen sollen der Natur den für sie notwendigen Entfaltungsraum geben. Besondere Schutzzeiten für Brut- und Setzvögel sind hierbei ausdrücklich berücksichtigt. Durch den Geländebetreuungsdienst des Bundeswehrdienstleistungszentrums werden offene Flächen nach dem anerkannten Stand der Ökologie und Umweltwissenschaften freigehalten. Auch existieren Beweidungsprojekte zur Pflege wertvoller Offenlandbereiche. Die Flächen, ehemals intensiv durch sowjetische Streitkräfte genutzt, werden durch ganzjährige Schafbeweidung offengehalten. Dies dient dem Naturschutz, während der Bereich gleichzeitig militärisch genutzt wird.