Bevölkerungsschutz und Notfallvorsorge Innenministerium, Bildungsministerium und Volkshochschulen unterschreiben Kooperationsvereinbarung

Wie gut bin ich auf Krisen vorbereitet? Wie sorge ich vor? Was sollte ich bei länger andauernden Stromausfällen, bei Hochwasser oder in anderen Krisensituationen tun? Und wie reagiere ich auf eine Warnung? Mit den zunehmenden Herausforderungen durch Naturkatastrophen, Energieausfälle und andere Großschadenslagen wird auch die individuelle Notfallvorsorge von Bürgerinnen und Bürgern immer bedeutender. Um zu sensibilisieren und das nötige Wissen praxisnah zu vermitteln, haben das Ministerium für Inneres und Sport, das Ministerium für Bildung sowie der Landesverband der Volkshochschulen eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

In enger Zusammenarbeit sollen Bildungsveranstaltungen zum Thema Bevölkerungsschutz und Notfallvorsorge im Rahmen der Erwachsenenbildung an den Volkshochschulen vorbereitet und durchgeführt werden. Dafür wurde ein Handlungsleitfaden „Gut vorbereitet in Krisen“ für die Volkshochschulen erarbeitet. Er gibt einen Überblick über mögliche Module, Kursformate, Lehr- und Lernmaterialien und die vielfältigen Möglichkeiten der Umsetzung.

Innenministerin Dr. Tamara Zieschang: „Von einer Katastrophe können viele Menschen gleichzeitig betroffen sein. Solche Notsituationen kann jeder Einzelne mit einer guten Eigenvorsorge besser bewältigen. Dazu gehören nicht zuletzt Lebensmittel- und Wasservorräte, Hausapotheken und ein Notgepäck. Auch das Wissen darüber, wie die Bevölkerung gewarnt wird oder wo und wie sich jeder informieren kann, ist unverzichtbar. Es geht bei dem neuen Bildungsangebot der Volkshochschulen darum, ein grundlegendes Verständnis für den Selbstschutz und die persönliche Vorsorge zu entwickeln. Vorsorge bedeutet Verantwortung übernehmen – für sich und die Gesellschaft.“

Bildungsminister Jan Riedel: „Bildung endet nicht im Klassenzimmer, sondern dauert lebenslang an – sie befähigt Menschen in allen Lebenslagen, verantwortungsvoll zu handeln. Mit den Angeboten der Volkshochschulen zu Bevölkerungsschutz und Notfallvorsorge stärken wir gezielt die Kompetenzen der Bürgerinnen und Bürger, um Krisensituationen besser einschätzen und bewältigen zu können. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur individuellen Sicherheit und zur Resilienz unserer gesamten Gesellschaft.“

Vorsitzender des Landesverbandes der Volkshochschulen Sachsen-Anhalt e. V., Götz Ulrich: „Bevölkerungsschutz und Notfallvorsorge leben davon, dass Menschen gut informiert sind und sich im Alltag sicher fühlen. Genau dabei unterstützen die Volkshochschulen die Menschen vor Ort. Sie zeigen verständlich und praktisch, wie man Warnmeldungen richtig einordnet, sich im eigenen Haushalt sinnvoll vorbereitet und bevorratet, um im Ernstfall ruhig und handlungsfähig zu bleiben. Die Angebote orientieren sich an den Lebensrealitäten der Menschen und greifen Fragen auf, die viele beschäftigen: Was brauche ich wirklich? Was kann ich selbst tun? An der Volkshochschule wird aus Information konkrete Hilfe für den Alltag – niedrigschwellig, praxisnah und gemeinsam mit anderen.“

Die Kurse richten sich an Erwachsene jeden Alters. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen ein grundlegendes Wissen und praktische Fähigkeiten vermittelt werden, um unter anderem Risiken zu erkennen, Warnmeldungen zu verstehen, sich auf Krisensituationen vorzubereiten und eigenständig angemessene Selbstschutzmaßnahmen zu treffen.

Die Volkshochschulen Magdeburg und Halle (Saale) bieten bereits Kurse an. Weitere Volkshochschulen im Land starten nach den Sommerferien 2026.