Landrat Götz Ulrich beim Zukunftsforum "Ländliche Entwicklung"
Ländliche Räume sind auch Begegnungsorte
Mit dem Zukunftsforum bringt das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) während der Grünen Woche die zentralen Akteure der ländlichen Entwicklung zusammen. Über 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Kommunen, Verbänden, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft beraten zwei Tage lang, wie ländliche Räume unter den Bedingungen knapper Flächen, wachsender Zielkonflikte und tiefgreifender Transformationsprozesse nachhaltig gestaltet werden können. Der Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer, der Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB), Ralph Spiegler, und der Vizepräsident des Deutschen Landkreistages (DLT), Götz Ulrich, haben das Zukunftsforum heute eröffnet.
Im Mittelpunkt stehen Fragen der Flächennutzung, der Entwicklung von Wohn- und Arbeitsräumen sowie der Stärkung von Begegnung, Zusammenhalt und regionaler Wertschöpfung. In 31 Fachforen und auf dem „Markt der Möglichkeiten“ werden konkrete Lösungsansätze und Best-Practice-Beispiele vorgestellt und diskutiert, die zeigen, wie raumbezogene Entscheidungen vor Ort zu mehr Lebensqualität, Handlungsfähigkeit und Zukunftsperspektiven beitragen können. Ergänzend bieten eine Jobbörse, ein Treffpunkt mit den Impulsgebern der Fachforen sowie vielfältige Vernetzungsformate Raum für Austausch und Kooperation.
Bundesminister Alois Rainer: „Unsere ländlichen Räume sind ein zentraler Pfeiler für den Zusammenhalt und die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Gerade deshalb ist es entscheidend, ihre Stärken sichtbar zu machen und weiterzuentwickeln. Dazu haben wir unsere ländlichen Regionen wieder in das Zentrum der Politik gerückt. Wir wollen sie als Lebensraum stärken, ihre Wirtschaftskraft fördern und sie als Heimat lebendig halten, ohne dabei aber eine Stadt-gegen-Land-Debatte zu führen. Stadt ist genauso Heimat wie der ländliche Raum.
Unser Zukunftsforum zeigt, dass unsere ländlichen Räume in Deutschland gut aufgestellt sind: Mit ihren Flächen für die Landwirtschaft als Grundlage der Ernährungsvorsorge und der Krisensicherung, als elementare Basis für unsere mittelständische Wirtschaftskraft und für die Erzeugung erneuerbarer Energie. Ganz entscheidend sind die Menschen, die mit viel Herzblut, Ideen und großem Engagement tagtäglich ihr Lebensumfeld gestalten. All das hält unsere Heimat stark und zukunftsfähig. Und dafür will ich mich als Heimatminister auch weiterhin mit all meinen Kräften einsetzen.“
Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes Ralph Spiegler: „Kommunen bringen die Interessen von Landwirtschaft, Energie, Wirtschaft, Wohnen, Infrastruktur, Erholung und Naturschutz im Wettbewerb um Flächen miteinander in Einklang. Für einen fairen Ausgleich – und idealerweise für tragfähige Kompromisse wie beispielsweise durch Mehrfachnutzungen bei Agri-PV – ist ihre Steuerungskompetenz unverzichtbar. Statt weiterer pauschaler Flächenziele, Privilegierungen oder übergeordneter Planungsvorgaben benötigen die Kommunen mehr Flexibilität und Vertrauen für ihre Tätigkeiten vor Ort. Denn es sind Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie die kommunalen Gremien, die die örtlichen Entwicklungen, ihre Wertschöpfungs- und Nutzungspotenziale und ihre Bedarfe für die Infrastruktur von morgen am besten kennen.“
Vizepräsident des Deutschen Landkreistages Götz Ulrich: „Fläche ist im ländlichen Raum der Schlüsselrohstoff – und die Ansprüche daran sind in den letzten Jahren spürbar gewachsen: Ernährungssicherung und Landwirtschaft, Energieerzeugung, Natur- und Erholungsräume, Biodiversität, Hochwasserschutz sowie Wohnen, Verkehr und wirtschaftliche Entwicklung. Diese Nutzungskonkurrenzen lassen sich nicht per Federstrich auflösen. Entscheidend ist, dass Ausgleich und Akzeptanz möglichst vor Ort gelingen und durch die Landkreise und Gemeinden gesteuert werden.
Gebäude im ländlichen Raum kommunal zu nutzen, heißt immer auch, dort Begegnungsorte zu schaffen. Wenn Menschen durch die digitale Informationsflut von zwischenmenschlichen Kontakten ferngehalten werden und schlimmstenfalls vereinsamen, sind Räume wichtig, in denen sich die Dorfgemeinschaft begegnet. Wir Landkreise nutzen hierfür zum Beispiel die Volkshochschulen, die wir mit Begegnungscafés ausstatten oder mit Schulen oder Bibliotheken verknüpfen, damit sich dort Menschen jeden Alters treffen können.“
Quelle: DLT https://www.landkreistag.de/presseforum/nachrichten/3503-laendliche-raeume-sind-auch-begegnungsorte



