Modellprojekt zur Verbesserung des Mobilitätsangebote im Burgenlandkreis finanziert aus EU-Mitteln (JTF = Fonds für einen gerechten Übergang für das Mitteldeutsche Revier (Förderperiode 2021-2027))
Der Burgenlandkreis hat im Rahmen der Strukturwandelförderung nationale sowie europäische Fördermittel in Höhe von rund 6 Millionen Euro für ein Modellprojekt zur Verbesserung seines Mobilitätsangebots erhalten. Mit den Fördermitteln und einem zusätzlichen Eigenanteil von rund 2,5 Millionen Euro plant der Burgenlandkreis in den kommenden Jahren sein Angebot im Personennahverkehr aufzuwerten. Dabei arbeitet der Burgenlandkreis eng mit der PVG, der Nahverkehrsservicegesellschaft Sachsen-Anhalt (NASA), der Hochschule Anhalt, der Hochschule Merseburg und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg zusammen.
Das geförderte Modellprojekt mit einer Laufzeit vom 1. Februar 2025 bis 31. Dezember 2027 sieht die Etablierung eines neuen Bedarfsangebots – in englischer Übersetzung ein sogenannter On-Demand-Verkehr (ODV) – vor, der den weiterfortbestehenden Schülerverkehr ergänzt. Dieses On-Demand-Verkehrssystem soll zunächst im westlichen Teil des Landkreises innerhalb der Verbandsgemeinde An der Finne getestet werden. Der On-Demand-Verkehr funktioniert ohne Fahrplan und feste Buslinien. Über eine App oder telefonisch können Fahrgäste eine Busfahrt anfragen. Seitens der PVG wird nach der Bestellung eine effektive Route erstellt – mit einem gut erreichbaren Haltepunkt im Ort, an dem der Fahrgast zusteigen kann. Bei den Bussen handelt es sich um Kleinbusse, die elektrisch betrieben und neu angeschafft oder geleast werden. Einer dieser Busse wird barrierearm ausgestattet sein. Der On-Demand-Verkehr fungiert als Zubringer zu einer neuen TaktBus-Linie, die über Eckartsberga und Bad Bibra zwischen Naumburg und Laucha in stündlicher Taktung verkehren wird. Der On-Demand-Verkehr operiert als Ergänzung zum regulären Fahrbetrieb der PVG. Es handelt sich um ein zusätzliches Angebot.
Das Modellprojekt sieht zudem vor, die Qualität des regulären Fahrbetriebs der PVG im Burgenlandkreis zu verbessern. Neben kostenfreiem WLAN soll eine bargeldlose Bezahlung in den Bussen eingeführt werden. Bildschirme in den Bussen zeigen zudem die Ankunftszeit an den nächsten drei Haltestellen in Echtzeit an sowie welche Anschlussbusse von dort wann fahren. An ausgewählten Haltestellen werden dem Fahrgast ebenfalls die nächsten Abfahrten von der Haltestelle in Echtzeit angezeigt.
Das autonome Fahren ist die dritte Säule des Projekts. Eine Machbarkeitsstudie erörtert zunächst die Umsetzbarkeit einer Testroute für autonom fahrende Kleinbusse. Verortet werden soll die Testroute im Chemie- und Industriepark Zeitz oder an der Arche Nebra.
Projektlaufzeit: 01.02.2025 - 31.12.2027
Fördermittelgeber: Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)
Förderprogramm: EFRE / JTF Programm 2021-2027 Sachsen-Anhalt
Gesamtbudget: 8.505.295,00 EUR, davon Fördermittel 5.936.575,00 EUR
Kooperationspartner:
- Burgenlandkreis (BLK)
- Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA GmbH)
- PVG
- Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
- Hochschule Merseburg
- Hochschule Anhalt
In Zusammenarbeit mit:
- Strukturentwicklungs- und Wirtschaftsfördergesellschaft Burgenlandkreis mbH (SEWIG)
- Mitteldeutscher Verkehrsverbund (MDV)