Burgenlandkreis erhält zwei Millionen Euro für Landesprogramm für Langzeitarbeitslose über 35 Jahre

Die Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration in Sachsen-Anhalt, Petra
Grimm-Benne, weilte heute im Landratsamt Burgenlandkreis, um Landrat Götz Ulrich einen Zuwendungsbescheid über zwei Millionen Euro zu übergeben. Damit werden im Landkreis über das Landesprogramm "Stabilisierung und Teilhabe am Arbeitsleben" 177 Beschäftigungsplätze für Langzeitarbeitslose über 35 Jahre geschaffen. Der Burgenlandkreis ist der erste Landkreis, der eine Förderung aus dem 30-Millionen-Euro-Programm (2017 bis 2020) erhält und nimmt damit eine Vorreiterrolle ein.

Landrat Götz Ulrich: "Die Zahl der Arbeitslosen im Burgenlandkreis ist in den letzten Jahren stark rückläufig und liegt mit 7,8 Prozent unterhalb des Landesdurchschnitts. Allein innerhalb eines Jahres ging die Arbeitslosigkeit bei uns um 17 Prozent zurück. Aber zugleich gelingt es mit den bisherigen Instrumenten immer weniger, Langzeitarbeitslose in Arbeit zu vermitteln, obwohl gerade die Ernährungswirtschaft im Burgenlandkreis Personalbedarf hat." Daher ist es gut, dass das Land auch für diesen Personenkreis ein Programm auferlegt hat. Mit der Übergabe der Fördermittel kann der Regionale Arbeitskreis Arbeitsmarktpolitik im Burgenlandkreis nun an die Umsetzung des Projekts gehen, so der Landrat. Dabei gilt es zu beachten, dass die Aufgaben im öffentlichen Interesse liegen und dadurch keine regulären Arbeitsplätze verdrängt werden.

Bei der Auswahl der Teilnehmer ist es wichtig, die Kompetenzen/Fähigkeiten und die beruflichen Biographien der Teilnehmer genau zu kennen. Auf dieser Grundlage sollen dann geeignete Einsatzfelder für die Teilnehmer im Burgenlandkreis ausgewählt werden. So können die Teilnehmer etwa in der zusätzlichen Seniorenbetreuung unterkommen - mit der späteren Perspektive einer Beschäftigung im Bereich der Altenpflege - oder im Bereich zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur.

"Die Arbeitsverhältnisse in unserem Programm sollen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine Perspektive von drei Jahren Beschäftigung geben", sagt Grimm-Benne. Den Frauen und Männern werden sozialpädagogisch ausgebildete Coaches zur Seite gestellt, deren Aufgabe es ist, die Langzeitarbeitslosen persönlich und beruflich zu stabilisieren und fit für den Arbeitsmarkt zu machen.

Das Programm richtet sich an Langzeitarbeitslose, bei denen die bisherigen Förderinstrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik nicht greifen konnten. Gründe dafür sind in den oft vielfach vorhandenen Hemmnissen zu suchen. Dazu zählen etwa fehlende Schul- und Berufsabschlüsse, mangelnder Antrieb und gesunkenes Selbstvertrauen durch immer neue Fehlschläge, aber auch Gesundheits- und Suchtprobleme.

Hintergrund:
Das Landesprogramm "Stabilisierung und Teilhabe am Arbeitsleben" unterstützt die Etablierung eines Sozialen Arbeitsmarktes. Insgesamt 2000 Plätze sollen in Sachsen-Anhalt geschaffen werden. Der Grund: Trotz Beschäftigungsaufbau und sinkender Arbeitslosigkeit nimmt der relative Anteil der Langzeitarbeitslosigkeit eher zu. Absolut geht zwar auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen zurück, gleichzeitig wächst aber die Gruppe der Menschen, die länger als zwei Jahre arbeitslos sind. Inzwischen gehören mehr als die Hälfte der Langzeitarbeitslosen dieser Gruppe an.

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