Tierschutz, Tierseuchenbekämpfung und Futtermittelüberwachung

Zu den Aufgaben gehören:

  • Bearbeitung von Tierschutzfragen, Schulungen
  • Überwachung landwirtschaftlicher Nutztier- und Heimtierhaltung
  • Zusammenarbeit mit Tierschutzvereinen
  • Überwachung von Arznei- und Futtermittelrecht
  • Tierseuchenprophylaxe und Tierseuchenbekämpfung
  • Gesundheitsbescheinigung bei Auslandsreisen mit Tieren
  • Überwachung von Veranstaltungen mit Tieren
  • Kontrolle Tierverkehr, Tiertransportüberwachung
  • Überwachung Beseitigung und Entsorgung toter Tiere

Augen auf beim Welpenkauf

Die Corona-Pandemie mit ihren Kontaktbeschränkungen, Arbeitszwangspausen, neu eingerichteten Homeoffice-Arbeitsplätzen und damit zunehmender sozialer Vereinsamung hat in den letzten 2 Jahren bei überdurchschnittlich vielen Menschen den Wunsch nach einem tierischen Alltagsbegleiter hervorgerufen. Allein im Jahr 2020 wuchs die Anzahl der in Deutschland gehaltenen Hunde um fast 1 Million Tiere. Die stark erhöhte Nachfrage konnte nicht allein durch Hobbyzüchter und in Tierheimen vorhandene Hunde gedeckt werden, sodass auch der Handel mit Welpen teilweise ungeklärter Herkunft boomte. In den Veterinärämtern häuften sich Beschwerden argloser Hundekäufer, die kurze Zeit nach dem Erwerb ihres neuen Haustieres mit verschiedenen, teilweise lebensbedrohlichen Krankheitszuständen ihrer Lieblinge konfrontiert wurden und im Nachhinein auch die nicht akzeptablen Haltungsbedingungen der zum Verkauf angebotenen Tiere bemängelten.

Um unschöne Überraschungen zu vermeiden, ist vor dem Kauf eines Hundes Vieles zu bedenken:

  • Setzen Sie sich bereits lange vor dem Kauf mit den Ansprüchen eines Hundes in Bezug auf Haltung, Pflege und tägliche Beschäftigung auch in Abhängigkeit von der Rasse auseinander und prüfen Sie selbstkritisch, ob Sie diese Bedingungen auch über einen langen Zeitraum – in der Regel mindestens über die nächsten 10 Jahre – gewährleisten können!
  • Tiere sind als Lebewesen in ihrer Beschaffenheit und ihrem Gesundheitszustand variabel. Beim Kauf sollte man, wenn die eigene Sachkunde nicht ausreicht, jemand Erfahrenen hinzuziehen, der vorhandene Defizite erkennt und in die Kaufentscheidung einfließen lässt. Manche Hundetrainer bieten eine Art Begleitservice beim Welpenkauf an.

Allein der Kaufpreis eines Welpen ist schon lange kein Qualitätsmerkmal mehr - er richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Dazu sind die Käufer bei der Entscheidung für ein Tier im Regelfall stark emotional beeinflusst. Auch Hunde mit Handicap werden so oft aus Mitleid zu normalen Welpenpreisen veräußert. Wenn der Wunsch nach einer gewissen Rasse mit bestimmtem Geschlecht und seltener oder stark nachgefragter Farbe sehr groß ist, sind Kaufsummen im mittleren vierstelligen Bereich keine Seltenheit.

Hat man sich erstmal auf eine bestimmte Rasse festgelegt, stellt sich die Frage, wie sich nun eine seriöse Hundezucht erkennen lässt, in der man einen Welpen mit den bestmöglichen Chancen auf einen gesunden Start ins Leben erwerben kann?

  1. Suchen Sie langfristig nach in Frage kommenden Züchtern. Seien Sie bei der Besichtigung von Welpen besonders aufmerksam, wenn es sich um Angebote aus Online-Portalen handelt! Vermeiden Sie Spontankäufe!
  2. Prüfen Sie bei der Besichtigung, ob die Haltungsbedingungen der Hündin und der Welpen dem Bild entsprechen, wie Sie sich eine tiergerechte und liebevolle Aufzucht vorstellen! Ist das Muttertier anwesend und sind keine weiteren Rassen und Würfe vor Ort?
  3. Wirken die Tiere gesund – weisen sie weder kahle Haarstellen, Augenausfluss, Durchfall, aufgedunsene Bäuche, Husten oder ein gestörtes Allgemeinbefinden auf?
  4. Wirkt das Verhältnis der Mutterhündin und der Welpen zum Züchter vertrauensvoll? Wirken die Welpen neugierig und an ihrer Umgebung und dem Besucher interessiert?
  5. Kennt der Züchter die charakterlichen Besonderheiten der einzelnen Tiere? Nimmt er sich die Zeit, herauszufinden, wie das zukünftige Zuhause des Welpen aussehen wird und ist daran interessiert, das für diese Verhältnisse geeignete Individuum aus dem Wurf herauszusuchen?
  6. Räumt der Züchter für die Entscheidung zum Kauf Bedenkzeit und die Möglichkeit weiterer Besuche ein?
  7. Wurden die Welpen nachweislich einem Tierarzt vorgestellt, regelmäßig entwurmt und mindestens in der der 8. Lebenswoche gegen Parvovirose, Staupe, Leptospirose und Hcc geimpft?
  8. Keimen bei den angeführten Kriterien auch nur geringe Zweifel auf, sind Aussagen der Verkäufer nicht plausibel oder fühlen Sie sich unter Druck gesetzt – gehen Sie, ohne einen Welpen mitzunehmen! Jeder Kauf – vor allem jeder Kauf aus Mitleid – unterstützt den unseriösen Hundemarkt!

Verantwortungsvolle Züchter begleiten ihre Welpen über den gesamten Zeitraum der Trächtigkeit, Geburt und Aufzucht bis zur Übergabe an den neuen Besitzer. Um geeignete neue Halter zu finden und eine erste Bindung aufzubauen, sollte es möglich sein, „seinen Welpen“ ca. ab der 4 Lebenswoche regelmäßig zu besuchen. Häufig werden Interessenten auch zwischendurch mit aktuellen Fotos und Videos bedacht.

Darüber hinaus müssen als „reinrassig“ deklarierte Tiere im Regelfall über eine Ahnentafel verfügen, die von einem Zuchtverein ausgestellt wurde, der dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) angeschlossen ist.

Die Entscheidung für ein vierbeiniges Familienmitglied ist eine lebensverändernde Entscheidung für einen langen Zeitraum – es bleibt zu wünschen, dass diese zukünftig überlegter und weniger emotional getroffen wird. 

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