Viel harmloser als ihr Ruf

Wespenschwarm

Informationen des Umweltamtes über den Umgang mit Hornissen, Hummeln, Wildbienen und Wespen

Derzeit erreichen das Umweltamt viele Anrufe der Bevölkerung über Nester von Hornissen und Wespen und dazu auch ebenso viele An-fragen zum Umgang mit Hornissen, Hummeln, Wildbienen und Wespen.
Zu dieser sommerlichen Jahreszeit und bedingt durch die derzeit sehr trockene Witterung sind viele Insekten in der Natur, aber auch in Wohn- und Siedlungsbereichen, anzutreffen.
Besonders die Hornissen, welche bereits aufgrund ihrer Größe bei vielen Menschen durch bloße Anwesenheit Panik auslösen, wie auch Bienen, Hummeln und Wespen sind jedoch viel harmloser als ihr Ruf - und sie sind besonders geschützt, da sie sehr nützlich sind!
Im Garten vertilgen Hornissen und Wespen eine Vielzahl sogenannter Schadinsekten und Hummeln sowie Wildbienen leisten einen wichtigen Beitrag zur Bestäubung unserer Nutz- und Zierpflanzen. Auf dem Speisezettel der Hornisse stehen übrigens auch in nicht geringer Zahl Wespen.
Hummeln, Wildbienen und Wespen stechen bzw. greifen nur an, wenn sie gestört, geärgert und z. B. am Körper eingeklemmt oder gedrückt werden. Ein Wespenstich ist zwar schmerzhaft, aber ungefährlich, sofern keine Insektenstichallergie besteht. Bienen und Wespen lösen besonders häufig eine Insektenstichallergie aus, Hornissen eher selten. Übrigens ist der Stich einer Hornisse nicht giftiger als der einer Wespe.
Hornissen sind in der Regel friedliche Tiere, welche sich nur dann durch Stechen verteidigen, wenn sie sich angegriffen fühlen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn im direkten Umfeld oder am Nest Erschütterungen vorgenommen werden, die Flugbahn, also der Einflug zum Nest verstellt wird oder man sich heftig in diesem Bereich bewegt, die Tiere berührt oder angeatmet werden, oder wenn man zum Beispiel Motoren in direkter Nähe betreibt (Rasenmäher, Motorsense) bzw. anderweitig am Nest oder Einflug manipuliert.
Alle diese Störungsmöglichkeiten sollten in der Regel vermieden werden können oder im Einzelfall durch eine Absperrung um das Einflugloch und um den Bereich der "Einflugschneise" ausgeschlossen sein.
Ein Stechen außerhalb dieser Absperrung ist sehr unwahrscheinlich, da Hornissen anders als z. B. Wespen, deren natürlicher Feind die Hornisse ist, dass oft lästige Anfliegen von Menschen vermeiden und sich auch nicht an Nahrungsmitteln oder z. B. Trinkflaschen niederlassen.
Übrigens sterben im Herbst im Hornissen- und Wespenstaat außer der Königin, welche sich einen sicheren Standort zum Überwintern sucht, alle Nestbewohner. Dann können Nester entfernt oder Einflugmöglichkeiten geschlossen werden.


Zum naturschutzrechtlichen Hintergrund:
Hornissen, Hummeln, Wildbienen (Solitärbienen), sowie die einzeln lebenden Kreisel- und Knopfhornwespen sind nach den Regelungen der Bundesartenschutzverordnung und nach Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Dementsprechend ist es verboten, diese besonders geschützten Arten zu verletzen, zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören. Der Geltungsbereich dieser Regelung erfasst sowohl die freie Landschaft als auch den geschlossenen Siedlungsbereich. Ausnahmen oder Befreiungen von den Verboten können nur in besonderen Fällen zugelassen werden, wenn zumutbare Alternativen nicht gegeben sind oder die Durchsetzung der Vorschrift zu unzumutbare Belastungen führen würde.
Es gibt verschiedene Wespenarten. Kreisel- und Knopfhornwespen sind einzeln lebende Wespen und kommen aufgrund ihrer Lebensweise eher selten mit dem Menschen in Kon-takt. Die übrigen häufigeren staatenbildenden Wespenarten, wie z. B. die Deutsche oder die Sächsische Wespe, genießen diesen hohen Schutzstatus nicht. Es jedoch verboten, "wild lebende Tiere ohne vernünftigen Grund zu töten". Besteht ein "vernünftiger Grund", z. B. die Gefahr für die menschliche Gesundheit bzw. Leib und Leben, könnte gegen diese Tiere vorgegangen werden.
Wenn die Gefahr von nicht besonders geschützten Wespenarten ausgeht, dürfen sachkundige Personen oder Fachfirmen unmittelbar tätig werden. Im Vordergrund sollte hier die fachgerechte Umsiedlung der Tiere stehen. Eine Tötung der Tiere darf nur als letztes Mittel in Betracht kommen.
Sind besonders geschützte Arten wie Hornissen, Wildbienen, Hummeln oder auch Kreisel- und Knopfhornwespen betroffen, muss eine Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde eingeholt werden. Zuständig hierfür ist der Burgenlandkreis als untere Naturschutzbehörde.


Das Umweltamt berät und kommt 
Für Rückfragen zum Schutzstatus der verschiedenen Arten, der Genehmigungspflicht und auch zur allgemeinen Aufklärung zu den beschriebenen Arten und Artengruppen stehen die Mitarbeiter der unteren Naturschutzbehörde beim Burgenlandkreis gern zur Verfügung.

Sie können uns erreichen unter der Telefonnummer 03443 372241 oder unter E-Mail umweltamt[at]blk.de.

Außerdem besteht auch die Möglichkeit, Ihre Beobachtung über das Umweltradar des Burgenlandkreises zu melden.

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