Burgenlandkreis unterstützt Stadt Lützen bei Gestaltung einer neuen Museumslandschaft

Umfangreiche Bauarbeiten am Schloss und an der Gedenkstätte Lützen 

Tausende Soldaten ließen in nur wenigen Stunden am 6. November 1632 auf dem Kampffeld ihr Leben. Damit gilt die Schlacht bei Lützen als eine der grausamsten des Dreißigjährigen Krieges. Auch der Schwedenkönig und Anführer des protestantischen Heeres, Gustav II. Adolf, fiel. Die Erinnerung an das verlustreiche Gefecht halten das Diorama der Schlacht im Schloss Lützen und die Gustav-Adolf-Gedenkstätte wach. Jährlich kommen ca. 13.000 Besucher in Gedenkstätte und Museum.

Der Burgenlandkreis unterstützt die Stadt Lützen finanziell bei einem Großprojekt für beide Stätten. Im Mittelpunkt stehen dabei ein Museumsneubau für die bisherige Gedenkstätte, die Gebäudeertüchtigung des Schlosses und die Ausstellungsüberarbeitung im Museum. Dazu setzten Landrat Götz Ulrich und Lützens Bürgermeister Uwe Weiß am Donnerstag in der Gustav-Adolf-Gedenkstätte in feierlichem Rahmen ihre Unterschriften unter eine Vereinbarung zwischen dem Burgenlandkreis und der Stadt Lützen. Letztere erhält damit vom Burgenlandkreis für die Realisierung der genannten Projekte eine Einmalzahlung von 600.000 Euro.

Landrat Götz Ulrich: "Mit der Entdeckung des Massengrabs in Lützen vor einigen Jahren ist eine echte Sensation gelungen. Das Grab soll nun Besuchern aus Nah und Fern am authentischen Ort zeitgemäß präsentiert werden und gemeinsam mit der Ausstellung Mahnung sein, Kriege zu verhindern. Eine solch grundlegende Modernisierung des Museumsstandortes kostet viel Geld. Deshalb freue ich mich, dass wir dank des Kreistagsbeschlusses vom August 2017 die Stadt bei den umfangreichen Maßnahmen unterstützen können. Ich bin mir sicher, dass wir damit einen touristischen Anziehungspunkt schaffen, der auch Gäste aus den benachbarten Bundesländern, vor allem aus Leipzig, in unseren Burgenlandkreis locken wird."

Bürgermeister Uwe Weiß: "Ich freue mich, dass der Burgenlandkreis die Stadt Lützen bei ihrem bedeutendsten kulturtouristischen Investitionsvorhaben der kommenden Jahre unterstützt. Ohne die Unterstützung des Burgenlandkreises wäre die konsequente Weiterentwicklung unserer musealen Einrichtungen nicht möglich. Mit den geplanten Maßnahmen kann die touristische Attraktivität des Museums im Schloss Lützen und des künftigen Museums "Lützen 1632" gesteigert werden."
Mit Zuwendungen aus Förderung im Rahmen der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe "Regionale Wirtschaftsförderung" und dem finanziellen Zuschuss des Burgenlandkreises sollen die musealen Einrichtungen der Stadt Lützen für rund 6 Millionen Euro ertüchtigt werden. Wichtigstes Vorhaben ist die Erweiterung der bisherigen Gustav-Adolf-Gedenkstätte mit einem Museumsneubau für das Massengrab der Schlacht bei Lützen 1632. Er wird den Charakter der bisherigen Gedenkstätte hin zum Museum "Lützen 1632" verändern. Weiterhin ist ein Teilumbau des Museums im Schloss Lützen geplant. Damit soll u.a. den veränderten Anforderungen an Barrierefreiheit und museumspädagogische Angebote Rechnung getragen werden. Außerdem sollen Räumlichkeiten für die wachsende Sammlung geschaffen werden. Umgestaltet werden soll auch die bisherige Dauerausstellung, um deren Inhalte stärker mit den Ausstellungsinhalten am künftig erweiterten Standort zu verbinden.


Dazu Museumsleiterin Katja Rosenbaum: "Wir haben mit der Erweiterung der bisherigen Gedenkstätte um den Neubau für das Massengrab die einzigartige Gelegenheit, die Geschichte der Schlacht bei Lützen aus einer neuen, veränderten Perspektive zu erzählen. Gleichzeitig können wir hier dem Gedenken, das bisher zum größten Teil einem einzigen prominenten Toten der Schlacht, nämlich dem schwedischen König Gustav II. Adolf, gewidmet war, das Gedenken an all die anderen Opfer der Schlacht gegenüberstellen, für die die 47 Toten aus dem Massengrab stellvertretend stehen. Gleichzeitig erhoffen wir uns natürlich auch eine erhebliche Steigerung der touristischen Attraktivität der Stadt Lützen und ihrer musealen Einrichtungen. Diese wollen wir ebenso mit den geplanten Umbauarbeiten im Museum im Schloss erreichen. Hier wollen wir die Inhalte der künftigen Dauerausstellung stärker mit denjenigen im neuen Ausstellungsgebäude verzahnen und mit verschiedenen baulichen Maßnahmen gleichzeitig den veränderten Anforderungen der Besucher an ein modernes Museum Rechnung tragen."


 

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