Arbeitsmarkt im Juni 2018

Wenig Dynamik: Arbeitslosigkeit im Burgenlandkreis zum Vormonat nur mit geringer Veränderung

Die Arbeitslosigkeit hat sich im Juni im Burgenlandkreis nur gering verringert. 6.609 Männer und Frauen sind im südlichsten Landkreis des Landes arbeitslos gemeldet. Das sind 35 weniger als im Vormonat und 574 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Juni 7,1 Prozent. Im Bereich des SGB III, also bei der Agentur für Arbeit, waren 1.768 Arbeitslose registriert. Im Vergleich zum Vormonat sind es 12 weniger und im Vergleich zum Vorjahr 94 mehr. Die anteilige SGB III-Arbeitslosenquote lag bei 1,9 Prozent. Im Jobcenter Burgenlandkreis gab es 4.841 Arbeitslose. Das ist ein Minus von 23 gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum Juni letzten Jahres waren es 668 Arbeitslose weniger. Die anteilige SGB II-Arbeitslosenquote betrug 5,2 Prozent. Im Monat Juni waren 2.476 Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Ein Minus von 27 gegenüber dem Vormonat. Vor einem Jahr waren noch 411 Männer und Frauen mehr von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, eine erfreuliche Entwicklung mit Blick auf den aktuellen Monat. Dennoch ist nahezu jeder Dritte von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen.

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Quelle: Agentur für Arbeit Weißenfels (2018)

Im Agenturbezirk Weißenfels entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im Juni relativ einheitlich. In allen Regionen war im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Rückgang zu verzeichnen. Am günstigsten war die Veränderung der Arbeitslosigkeit in Naumburg; dort sank der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 12 Prozent. Dem gegenüber steht die Entwicklung in Zeitz mit einer Abnahme von 5 Prozent. Für die Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit Weißenfels bedeutet dies im Einzelnen folgende Arbeitslosenquoten:

-  Weißenfels 7,3 Prozent
-  Naumburg 6,6 Prozent und
-  Zeitz 7,5 Prozent.

Unterbeschäftigung
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Die Zahl lag im Juni bei 9.875. Das sind 686 Personen weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres.

Ausbildungsstellenmarkt
Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober letzten Jahres meldeten sich im Bezirk der Agentur für Arbeit Weißenfels 732 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, das waren 11,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es 836 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Minus von 14,2 Prozent. Ende Juni waren 322 Bewerber noch unversorgt und 412 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es weniger unversorgte Bewerber für Berufsausbildungsstellen (-8,8 Prozent), die Zahl der unbesetzten Berufsausbildungsstellen war ebenfalls kleiner (-13,8 Prozent).

Stefan Scholz, Chef der Weißenfelser Arbeitsagentur: "Die Entwicklung des regionalen Arbeitsmarktes ist auch im Juni positiv. Doch vielleicht ein letztes Mal. Trotz des beachtlichen Anstieges der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten von 2,8 Prozent (Stichtag 31.12.2017) und somit der Spitze in Sachsen-Anhalt fehlt es dem Arbeitsmarkt im Burgenlandkreis an Dynamik."


Sachsen-Anhalt: Positive Arbeitsmarktentwicklung hält an - Schwung lässt nach

Rund 85.900 Frauen und Männer waren im Juni 2018 in Sachsen-Anhalt arbeitslos gemeldet, das sind 1.900 weniger als im Mai. Die Zahl der Arbeitslosen sank damit im Jahresvergleich um etwa 7.100. Damit erreicht die Arbeitslosenzahl in Sachsen-Anhalt das nächste Rekordtief. Seit 1991 war die Arbeitslosenzahl noch nie niedriger. Die Arbeitslosenquote liegt bei 7,6. Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit 1991. Im Quotenranking liegt Sachsen-Anhalt vor Berlin und Bremen. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Jahresvergleich weiter gesunken. Im Juni waren 32.600 Männer und Frauen länger als ein Jahr ohne Job. Das sind 4.100 weniger als im Vorjahresmonat. Die Langzeitarbeitslosigkeit ging im Jahresvergleich mit 11,2 Prozent deutlicher zurück als die Arbeitslosigkeit insgesamt, die sich um 7,6 Prozent verringerte. Insgesamt sind 38 Prozent der Arbeitslosen in Sachsen-Anhalt langzeitarbeitslos. Von den insgesamt 85.900 Arbeitslosen wurden 63.100 in den Jobcentern betreut und bezogen Hartz-IV-Leistungen. Insgesamt betreuten die Jobcenter in Sachsen-Anhalt im Juni 2018 rund 163.300 erwerbsfähige Leistungsberechtige. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Berechtigten um 14.400 gesunken.

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Quelle: Agentur für Arbeit, Regionaldirektion für Sachsen-Anhalt/Thüringen (2018)

"Die positive Entwicklung setzt sich auch im Juni fort und der Arbeitsmarkt präsentiert sich trotz leicht nachlassender Dynamik weiterhin stabil. Haupttreiber sind die stabile Konjunktur und volle Auftragsbücher. Die Arbeitskräftenachfrage bleibt hoch und die Beschäftigung hat sich positiv entwickelt. Die Betroffenheit von Arbeitslosigkeit geht landesweit insgesamt immer weiter zurück. Sowohl Arbeitslosenzahl als auch die -quote sinken auf die niedrigsten Werte seit 1991. Der nahende Sommer nimmt Fahrt aus der guten Arbeitsmarktentwicklung des Frühjahrs. Dies ist ein übliches saisonales Muster und wird sich in den kommenden Sommermonaten weiter fortsetzen. Insgesamt entwickelt sich der Arbeitsmarkt im Juni aber weiterhin positiv. Die Arbeitslosigkeit sinkt etwas weniger stark als noch vor einem Monat. Insgesamt konnten aber mehr Menschen eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt aufnehmen als entlassen wurden. Der Mangel an Nachwuchs und ausgebildeten Fachkräften belastet zunehmend die Betriebe im Land. Hier gilt es durch geeignete Maßnahmen jetzt gegenzusteuern. So müssten auch durch die Arbeitgeber die Vorteile einer dualen Ausbildung und die anschließenden Entwicklungsmöglichkeiten im Beruf stärker beworben und deutlich gemacht werden", erklärte Kay Senius, Chef der Arbeitsagenturen in Sachsen-Anhalt.

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