Landesverordnung über NATURA 2000-Gebiete vorgestellt

Bis Ende 2018 plant das Land Sachsen-Anhalt die Umsetzung einer Verordnung zur nationalrechtlichen Sicherung der NATURA 2000-Gebiete. Auf der jüngsten Sitzung des Naturschutzbeirates des Burgenlandkreises informierte Torsten Pietsch über den aktuellen Stand des Verfahrens und die Auswirkungen auf die im Burgenlandkreis liegenden 37 NATURA 2000-Gebiete sowie zwei sogenannte SPA-Gebiete (Vogelschutzgebiete).

Als zuständiger Referent bei der oberen Naturschutzbehörde gab Pietsch den Beiratsmitgliedern somit Informationen aus erster Hand über Umfang und Inhalt der künftigen Verordnung. So beinhalte diese Festlegungen, die für alle NATURA 2000-Gebiete in Sachsen-Anhalt gelten, wie Lage und Abgrenzung der Gebiete. Darüber hinaus werden die Schutz- und Erhaltungsziele als Schutzzweck festgesetzt sowie Gebote und auf den Schutzzweck ausgerichtete Verbote als Schutzbestimmungen verankert. Ergänzend zu den Schutzbestimmungen werden weitere Erhaltungs- und Wiederherstellungsmaßnahmen empfohlen.

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Die Mitglieder des Naturschutzbeirates erhielten so einen Einblick in das Ausweisungsverfahren, den Aufbau der Verordnung sowie zukünftige Beschränkungen für Landnutzer. Das Wissen über die Verordnung erleichtert die Arbeit der Ehrenamtlichen, die unter anderem in den anerkannten Verbänden und Vereinigungen sowie Landnutzer informieren und Unsicherheiten abbauen.
Dass die Weitergabe von Informationen nicht nur einseitig funktioniert, zeigte sich im weiteren Verlauf der Beratung. Regelmäßig werden in den mindestens zweimal jährlich stattfindenden Beratungen auch Fragen aus der Bevölkerung diskutiert. Die untere Naturschutzbehörde berät die Ehrenamtler dabei insbesondere über die Rechtslage, die verfahrensrechtlichen Zusammenhänge und die Zuständigkeiten. Der Naturschutzbeirat ist nicht nur beratendes Gremium der unteren Naturschutzbehörde, sondern zugleich ein bedeutsames Bindeglied zwischen Bevölkerung und Behörde. Die Ehrenamtlichen leisten einen wichtigen Beitrag zur Akzeptanz der Naturschutzarbeit.

Hintergrund:

Der Naturschutzbeirat wurde gemäß § 3 des Naturschutzgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt am 01. Dezember 2016 für 3 Jahre berufen.
Der Naturschutzbeirat setzt sich aus Mitgliedern der anerkannten Naturschutzvereinigungen, der Verbände der Land- und Forstwirtschaft, des Wein- und Gartenbaus, des Jagd- und Fischereiwesens sowie wissenschaftlicher Institutionen zusammen. Der Vorsitzende des Naturschutzbeirates ist Andreas Meißner als Vertreter des NABU Deutschland e.V., Landesverband Sachsen-Anhalt, Ortsgruppe Hohenmölsen.

Gemäß der Verordnung über die Naturschutzbeiräte vom 24. März 2011 berät der Naturschutzbeirat die Naturschutzbehörde des Burgenlandkreises in allen Angelegenheiten des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Er hat die Aufgabe, der Naturschutzbehörde Vorschläge und Anregungen zu unterbreiten, sie bei der Lösung von Naturschutzaufgaben zu unterstützen und allgemein Verständnis für die Verwirklichung naturschutzfachlicher und landschaftspflegerischer Ziele zu wecken.
Der Naturschutzbeirat tagt mindestens zweimal im Jahr.

Landesverordnung über die NATURA 2000-Gebiete im Land Sachsen-Anhalt

Im Burgenlandkreis liegen 37 NATURA 2000-Gebiete sowie 2 SPA-Gebiete (Vogelschutzgebiete). Sie nehmen eine Fläche von ca. 7.481 ha, also 5,3 % der Fläche des Burgenlandkreises bzw. ca. 4,1 % der Gesamtfläche der FFH-Gebiete des Landes Sachsen-Anhalt ein.

Dabei nimmt das Gebiet Zeitzer Forst eine Doppelfunktion ein, weil es gleichzeitig als FFH- und als Vogelschutzgebiet ausgewiesen ist.
Die Landesverordnung soll Anfang 2019 veröffentlicht und somit wirksam werden. Zuständig für die Umsetzung der Landesverordnung im Burgenlandkreis wird die untere Naturschutzbehörde des Burgenlandkreises sein.

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