Kommunale Krankenhäuser rücken zusammen

Burgenlandkreis und Saalekreis wollen Kliniken in Holding zusammenführen

Die Klinikum Burgenlandkreis GmbH und die Carl-von-Basedow Klinikum Saalekreis gGmbH sollen ab dem 1. Januar 2019 unter dem Dach einer gemeinnützigen Holding zusammengeschlossen werden. Hierüber wurden die Führungskräfte beider Kliniken am 28. April 2018 während einer gemeinsamen Tagung durch die Landräte Götz Ulrich und Frank Bannert informiert. Beide Kreistage müssen darüber noch entscheiden.
Die wesentlichen Gründe für eine engere Zusammenarbeit sind unter anderem die gesetzlichen Rahmenbedingungen, wie das Krankenhausstrukturgesetz, der Landeskrankenhausplan, die EU-Datenschutzgrundverordnung u.v.m. 

Landrat Götz Ulrich: "Krankenhäuser in kreislicher Trägerschaft sind Bürger-Krankenhäuser. Daran wollen wir uneingeschränkt festhalten und die kommunale Trägerschaft stärken. Dafür ist uns der Saalekreis ein willkommener und gleichberechtigter Partner. So stärken wir die Standorte in Zeitz und Naumburg, in Merseburg und Querfurt und nutzen die Vorteile, die ein gemeinsames "Dach" mit sich bringen wird, um in unsere Häuser und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu investieren."

Landrat Frank Bannert: "Unser Ziel ist es, die Versorgung der Patienten in unseren Landkreisen auf höchstem Niveau auch langfristig zu gewährleisten. Das geht am besten in kreislicher Verantwortung mit einem Partner, dem ich uneingeschränkt vertraue, weil wir uns in vielen Bereichen abstimmen. Schon jetzt ist die Zusammenarbeit eng, wenn ich z. B. an unsere Kinder- und Jugendpsychiatrie denke, die in Naumburg einen Standort hat. Das wollen wir ausbauen."

Bereits im Oktober 2016 hatten sich die Aufsichtsräte beider Unternehmen in einer gemeinsamen Strategiesatzung für eine engere Zusammenarbeit ausgesprochen. Ein zentrales Anliegen dieser Strategiesitzung war es, die vier Klinikstandorte in kommunaler Trägerschaft zu erhalten, um die wohnortnahe medizinische Versorgung im Burgenlandkreis und im Saalekreis abzusichern. Beide Geschäftsführer wurden damals beauftragt, ein Strukturgutachten über mögliche Modelle der Zusammenarbeit in Auftrag zu geben. Geprüft wurden eine schuldrechtliche Kooperation, eine Fusion und das Holding-Modell. Das nunmehr vorliegende Strukturgutachten von PricewaterhouseCoopers gibt eine Empfehlung für eine Holdingstruktur und zeigt neue Möglichkeiten einer intensiveren Zusammenarbeit auf.

Was genau ist eine Holding?
- Unter einer Holding ist eine Unternehmensorganisation zu verstehen, in der es mehrere eigenständige Unternehmen gibt. Das bedeutet, dass eine Holding-Struktur aus zwei Ebenen besteht. Zum einen gibt es die Holdinggesellschaft, die auch als Muttergesellschaft bezeichnet wird, zum anderen die rechtlich unabhängigen Tochtergesellschaften. Eine Holdinggesellschaft soll durch eine gemeinsame Führungsstruktur geleitet werden, die gleichzeitig auch für die vier Klinikstandorte sowie die Tochtergesellschaften verantwortlich ist. Die Holding gGmbH soll zukünftig zentrale Leistungen für die Kliniken und Töchter erbringen.




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