Jugendliche lassen historische Burganlage entstehen

In den Räumen der "Interessengemeinschaft Bildung Leuna-Merseburg e.V." in Weißenfels ist Bauberatung angesagt: Die ersten Holzkonstruktionen eines Wehrturms und einiger Häuser sind schon zu erkennen. Nun berät Thomas Schmoranzer, Vorsitzender des Wirbinaburgvereins, gemeinsam mit den Jugendlichen die nächsten Konstruktionsschritte. Entstehen soll ein maßstabsgerechter Nachbau einer Grenzburg aus dem 6. Jahrhundert, der Wirbinaburg. Einst als Siedlung der Sachsen am Ufer der Saale erbaut, diente sie vor allem als Grenzbefestigung und gab dem späteren Ort Burgwerben seinen Namen.

Heute lassen 10 Jugendliche die einstige Burganlage wieder auferstehen. Im Rahmen des Projekts "Wirbinaburg", das kürzlich als Mikroprojekt im Rahmen des Bundesprogramms "JUGEND STÄRKEN im Quartier" in Weißenfels begann, können die Teilnehmer sich in der Bearbeitung von Naturmaterialien erproben. Fachlich angeleitet und begleitet werden sie von einem Tischler und einem Sozialpädagogen. So soll, in enger Zusammenarbeit mit dem "Wirbinaburgverein für kulturhistorische Heimatpflege Burgwerben e. V.", ein zwei Meter mal zwei Meter großes, vor allem aus Holz und Lehm bestehendes originalgetreues Modell der Wehranlage entstehen. Zielsetzung für die Jugendlichen ist, den maßstabgerechten Nachbau der Burganlage bis März fertigzustellen. Anschließend soll das Modell im Burgwerbener Schloss der Öffentlichkeit präsentiert werden.


Realisiert wird das Projekt "Wirbinaburg" durch die Interessengemeinschaft Bildung Leuna-Merseburg e.V. Die Koordination erfolgt aus dem Amt für Bildung, Kultur und Sport des Burgenlandkreises in Kooperation mit dem Jobcenter Burgenlandkreis. Das Mikroprojekt richtet sich an junge Erwachsene, die nach der Erfüllung ihrer Schulpflicht noch keine Anschlussperspektive oder berufliche und soziale Orientierung gefunden haben. Sie können beim Bau der Wohn- und Stallanlagen aus Holz, Stroh- und Astmaterial ihr handwerkliches Geschick unter Beweis stellen und neue berufliche Perspektiven entdecken. Nico Wenzlich gefällt die Arbeit: "Die Teilnahme am Projekt macht mir Spaß, es ist sehr abwechslungsreich. Mit unseren Ausbildern kommen wir gut aus und wir haben schon viel Interessantes über die Geschichte des Baus der Wirbinaburg erfahren."

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