Jobcenter reagiert mit neuen Strukturen auf den aktuellen Arbeitsmarkt

"Mit Mut zur Veränderung kannst du alles erreichen" - unter diesem Thema fand kürzlich im Kreistagsaal eine Informationsveranstaltung des Jobcenters statt. Schwerpunkte bildeten die organisatorischen Veränderungen im Eigenbetrieb und die arbeitsmarktpolitischen Ziele 2017. Der Leiter des Eigenbetriebes Jobcenter, Herwig Fischer, konnte zu der Veranstaltung rund 50 Teilnehmer begrüßen, darunter Vertreter von Bildungsträgern aus dem Burgenlandkreis, Mitarbeiter der Kreisverwaltung und des Jobcenters, sowie Vertreter der Agentur für Arbeit und der Industrie- und Handelskammer. Landrat Götz Ulrich begrüßte die Idee des Jobcenterchefs zu dieser gemeinsamen Infoveranstaltung. Sind es doch gerade die nicht kommunalen Bildungsträger, die teilweise seit vielen Jahren eng mit dem Burgenlandkreis und dem Jobcenter etwa bei der Arbeitsmarktintegration, bei der Integration von Asylbewerbern oder im Bereich der Bildung zusammenarbeiten. 
 
Mit den neuen Strukturen reagiert das Jobcenter auf die aktuelle Situation und auf die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, informierte Betriebsleiter Herwig Fischer. Derzeit betreut der Eigenbetrieb 15.000 erwerbsfähige Leistungsbezieher, wovon 10.000 Langzeitleistungsbezieher sind.  Das Jobcenter schätzt ein, dass mehr als 50 Prozent der erwerbsfähigen Leistungsbezieher gar nicht bzw. nicht sofort in den  ersten Arbeitsmarkt zu integrieren sind. Das ist ein großes Problem. Immer schwieriger gestaltet sich auch die Vermittlung der unter 35-jährigen Leistungsbezieher. Da davon mehr als die Hälfte über keinen Schul- beziehungsweise Berufsabschluss verfügt. Deshalb muss diese Personengruppe mehr in den Fokus gerückt werden. Dasselbe trifft für Schulabbrecher zu. Immerhin bricht im Burgenlandkreis jeder zehnte Jugendliche die Schule ab.  Den jungen Frauen und Männern  muss aufgezeigt werden, worin ihre realen Zukunftschancen bestehen.

Herwig Fischer: "Neue Situationen erfordern auch neue Wege. Aus diesem Grund wurde die Arbeit des Jobcenters  auf den Prüfstand gestellt. Wir haben Projektgruppen gebildet, die sich unter anderem darüber Gedanken machten, wie wir uns dieser neuen Herausforderungen stellen,  ob die Instrumente zur Arbeitsmarkintegration noch zeitgemäß sind und was unsere Partner in den Verwaltungen und bei den Bildungsträgern zukünftig beisteuern  müssen. Denn wir wissen, ohne eine intakte Bildungsträgerlandschaft im Burgenlandkreis wird dies schwer funktionieren. Bei allem, was wir machen, steht immer im Vordergrund, die Hilfedürftigkeit zu mindern und im Idealfall die Jobcenterkunden ganz aus dem Leistungsbezug zu bekommen." 
Die Organisationsveränderung ist vor allem durch die Neuorganisation des Bereiches Markt & Integration geprägt. Hier gibt es sechs neue Teams:  drei Teams Integration, ein Team Berufsperspektive, ein Team Fallmanagement und ein Aktivierungscenter. "Damit wollen wir enger mit den Kunden zusammenarbeiten, individueller auf ihre Bedürfnisse eingehen und sie  motivieren", sagte Fischer. Das hat auch die Folge, dass viele Leistungsbezieher neue Ansprechpartner bekommen haben und die ganzheitliche Betreuung von Bedarfsgemeinschaften im Fokus stehen. Mit dieser Neuzuordnung passt sich das Jobcenter den Strukturen der Familienbetreuung des Landkreises an.

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