Integrationspotenziale des ländlichen Raumes diskutiert

Orientalische Klänge erfüllten das Konrad-Martin-Haus in Bad Kösen, dazu entführt die kräftige Stimme eines Künstlers aus dem Projekt "Weltenklang" die Gäste in fremde Welten. Einen kulturübergreifenden Dialog mit Musik nennt es der Moderator, womit es bestens zur 4. Integrationskonferenz des Burgenlandkreises passt. Sie stellt das Thema "Integration im Prozess - Integration im ländlichen Raum" in den Fokus. Rund 80 Teilnehmer gingen am Mittwoch der Frage nach, was Integration gerade für den ländlichen Raum bedeuten kann, welchen Beitrag kommunale Verwaltungen leisten können und welche Erfahrungen von Flüchtlingen bislang erfasst werden konnten.

Auf dem Weg zu einer aufeinander abgestimmten Integration von Zugewanderten sei man im Burgenlandkreis schon viele Schritte gegangen, hob Landrat Götz Ulrich zu Beginn der Konferenz hervor. So wurde 2015 das Integrations- und Ausländeramt geschaffen, in dem zwei Integrationskoordinatorinnen den Amtsleiter bei der Initiierung von neuen Integrationsprozessen unterstützen. "Unser Berufliches Integrationszentrum für Ausbildung und Arbeit für Asylbewerber und Flüchtlinge im Burgenlandkreis hat seit Juli 2015 bereits 339 Teilnehmende betreut. Von diesen haben jetzt über 80 einen Arbeitsplatz, 23 eine Ausbildung gefunden und viele weitere bereiten sich auf Ausbildung und Arbeit vor", so Ulrich. Außerdem habe man mit dem Integrationskonzept den ersten Schritt getan, um eine Bestandaufnahme im Burgenlandkreis, aber auch Probleme der einzelnen Bereiche sichtbar zu machen. Mit der Migrationsagentur will er nun einheitliche Strukturen statt zersplitterte Zuständigkeiten schaffen, sodass rechtskreisübergreifend an den Fragen und Bedürfnissen der einzelnen Migranten gearbeitet werden kann. Ein Ansatz, der auch von der Integrationsbeauftragten der Landesregierung, Susi Möbbeck, gelobt wurde. 64 Prozent der Zugewanderten in Sachsen-Anhalt seien unter 35 Jahre, nannte sie Zahlen. Der Zugang zu Bildung, Ausbildung und Beruf seien deshalb zentrale Voraussetzungen, wenn Integration gelingen soll.

Einen Blick auf die Integrationspotenziale ländlicher Räume warf am Vormittag Dr. Peter Mehl vom Johann Heinrich von Thünen-Institut in seinem Vortrag "Flüchtlinge aufs Land!"?. Auch die Erfolgsfaktoren lokaler Integrationspolitik sowie die Einstellungen und Erfahrungen von Flüchtlingen in Sachsen kamen in Impulsreferaten zur Sprache. Ebenso gehörten insgesamt fünf Workshops zum Angebot der Konferenz: zu Integrationsbedingungen in kleinen und mittleren Kommunen im Burgenlandkreis, eine Ideenwerkstatt zu gelingender Integration, zu Frauen und Integration sowie zu vorurteilsbewusstem und diskriminierungskritischem Denken und Handeln.

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