Hinweise des Umweltamtes zum Artenschutz und Schnittverbot

Das Umweltamt des Burgenlandkreises informiert über den erhöhten Schutzstatus für Graupapageien und Himmelblaue Geckos sowie über das Schnittverbot von Gehölzen in der Zeit vom 1. März bis 30. September.


Graupapagei und Himmelblauer Gecko jetzt im höchsten internationalen Schutzstatus


Zum 29. Januar 2017 traten die Beschlüsse der 17. Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens in Kraft. Damit werden u. a. der Graupapagei und der Himmelblaue Gecko in den höchsten Schutzstatus, den Anhang A der VO (EG) Nr. 338/97, hochgestuft. Diese Hochstufungen waren notwendig, weil die Handelsnachfragen zum lokalen Aussterben der betreffenden Arten geführt haben.

Ab sofort darf die Vermarktung dieser Arten nur mit einer EU-Bescheinigungen (CI-TES) erfolgen. Diese ist in Sachsen-Anhalt schriftlich zusammen mit der Meldetabelle beim CITES-Büro, Zerbster Str. 7 in 39264 Steckby, zu beantragen.

 
Vor der Erteilung dieser Bescheinigung ist bei den Graupapageien eine Ringablesung durch die Naturschutzbehörde erforderlich. Bei offenen Ringen mit Sollbruchstelle sind die Graupapageien zusätzlich durch einen Artenschutz-Transponder vom BNA oder ZZF zu kennzeichnen. Die tierärztliche Transponderbestätigung mit einem Vermerk über die Ablesung der zugehörigen Ring-Nummer ist bei der Beantragung mit einzureichen.

Von den Himmelblauen Geckos sind je zwei Farbfotos in Fotoqualität 13 x 18 cm von der Körperober- und -unterseite (ohne Schwanz) mitzusenden. Ab einem Gewicht von 200 g sind die Tiere ebenfalls mit einem Artenschutz-Transponder vom BNA oder vom ZZF kennzeichnen zu lassen.

Verbleiben Tiere im Besitz, sind keine Bescheinigungen erforderlich.


Schnittverbot für Gehölze


Die untere Naturschutzbehörde des Burgenlandkreises weist darauf hin, dass in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September eines jeden Jahres das Abschneiden oder auf den Stock setzen von Röhrichten, Bäumen, Hecken, lebenden Zäunen, Gebüschen und anderen Gehölzen außerhalb des Waldes, Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen gesetzlich verboten ist.

Diese Regelung dient dem Allgemeinen Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen und ist im § 39 des Bundesnaturschutzgesetzes festgeschrieben.

Nach der Winterruhe beginnt die Fortpflanzungszeit der Tiere. Bereits im zeitigen Frühjahr gehen sie auf Reviersuche und beginnen mit dem Balz- und Paarungsverhalten. Veränderungen in den Lebensräumen und Revieren dieser Tiere sind deshalb während der vorgenannten Schonzeit verboten.

Ganzjährig zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des ein-jährigen Zuwachses der Pflanzen. Auch ein fachgerechter Obstbaumschnitt bedarf keiner gesonderten Genehmigung nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Auf mögliche Brut- und Niststätten muss aber auf jeden Fall Rücksicht genommen werden.

Eine Befreiung von dem Schnittverbot für Gehölze ist unter bestimmten Bedingungen möglich und bei der unteren Naturschutzbehörde unter Vorlage eines artenschutzfachlichen Gutachtens schriftlich zu beantragen. Wer entgegen dieser Schutzvorschriften Gehölze, Röhrichte etc. abschneidet oder auf Stock setzt, handelt ordnungswidrig und kann mit einer Geldbuße bis zu 10.000 € geahndet werden.


Für Rückfragen steht das Umweltamt des Burgenlandkreises zur Verfügung.

Telefon: 03443/372-241 
E-Mail: umweltamt@blk.de 

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