Behinderten- und Inklusionsbeirat Burgenlandkreis stellt Aktionsplan vor

Logo Behinderten- und Inklusionsbeirat

Ein umfassendes Werk stellte der Behinderten- und Inklusionsbeirat Burgenlandkreis als Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen der Öffentlichkeit vor.
Das Gremium versteht sich als Interessenvertretung für und mit Menschen mit Behinderung. Die Verwirklichung von Teilhabemöglichkeiten in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens steht dabei im Mittelpunkt. An der Ausarbeitung des Aktionsplanes haben die gegenwärtig 81 Beiratsmitglieder und darüber hinaus zahlreiche andere Aktive aus Unternehmen der freien Wirtschaft, aus Bildung, Kultur, den Wohlfahrtsverbänden, Vereinen und Stiftungen in verschiedenen Arbeitsgruppen mitgewirkt.

"Mit der Vorstellung des Aktionsplanes ist der Startschuss für die Beratung in den Fachausschüssen des Kreistages gegeben", so Landrat Götz Ulrich. Es geht darum, eine breite Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren und auf diesem Weg auch die Städte und Gemeinden unseres Landkreises mitzunehmen. Es ist vorgesehen, dass sich bis zum 14. Juni 2017 alle Gremien des Kreistages mit diesem Dokument auseinandersetzen. Ziel ist, den Aktionsplan am 19. 6. 2017 dem Kreistag vorzulegen. Der Aktionsplan soll alle fünf Jahre aktualisiert und dem Kreistag zur Fortschreibung vorgelegt werden.

Sabine Marschel, Vorsitzende des Behinderten- und Inklusionsbeirates betonte, dass es wichtig ist, Barrieren in den Köpfen abzubauen. "Es geht um das Miteinander in der Gesellschaft. Inklusion bedeutet, dass alle dazugehören. Das ist Voraussetzung und gleichzeitig gesellschaftlicher Auftrag", so Frau Marschel.
Im Aktionsplan sind konkrete Ziele formuliert und terminiert sowie den Aufgabenträgern zugeordnet, die zur Umsetzung der Artikel der UN-Konvention beitragen sollen. So geht es beispielsweise um Abbau von Barrieren, die Menschen behindern: Z. B. durch Einstiege, die zu hoch sind, durch Schriften, die zu klein sind, durch Sprache, die schwer verständlich ist oder durch Arztpraxen, die nur über Treppen zu erreichen sind. Kurzum, es geht u. a. um Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden, um Tastmodelle für Blinde, oder um barrierefreie Internetauftritte.

Sozialdezernent des Burgenlandkreises, Ralf Michel ist überzeugt, dass von den festgeschriebenen Maßnahmen die ganze Gesellschaft profitieren werde, auch wenn die Initiative auf der UN-Konvention beruht. Die junge Mutter mit dem Kinderwagen genauso wie der Mann mit dem Rollator. Dem Beirat ist bewusst, dass diese Ziele nur in kleinen Schritten erreicht werden können und mit Kosten verbunden sind. Im Vordergrund steht dabei nicht das Ob, sondern das Wie, sprich, wie können wir Barrierefreiheit umsetzen?


Unterstützung bei der Umsetzung des Planes werden drei Teilhabemanager geben, die der Burgenlandkreis aufgrund einer Förderung der Europäischen Union und des Landes Sachsen-Anhalt eingestellt hat. Sie sollen den Betroffenen helfen, ihr gesellschaftliches Umfeld selbstbestimmt zu nutzen und Ansprechpartner für wohnortnahe Angebote der Teilhabesicherung sein. Nur so kann sich die Vielfalt menschlichen Daseins in unseren Unternehmen weiter entwickeln und gelebt werden. Sie ist wünschenswert und kann überaus bereichernd sein.


Hintergrund:
Auf Bundes- und Landesebene begann im Jahr 2010 die Erarbeitung von Aktionsplänen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Dieser Herausforderung stellten sich der Burgenlandkreis und der Saalkreis bereits seit dem Jahr 2010. Mit Unterstützung der beiden ehemaligen Landräte Harri Reiche und Frank Bannert als Schirmherren gründete sich im Jahr 2012 das "Bündnis Inklusion - Chancengleicheit und Vielfalt" für beide Landkreise. In der Zeit von 2012 bis 2014 hat das Bündnis mit seinen 130 Aktiven intensiv darauf hingearbeitet, kommunale Aktionspläne für den Burgenlandkreis und den Saalekreis zu formulieren.
Der Behinderten- und Inklusionsbeirat hat sich im Jahr 2015 aus dem "Bündnis Inklusion - Chancengleichheit und Vielfalt" und dem ehemaligen Behindertenbeirat neu aufgestellt. Er wird entsprechend seiner satzungsgemäßen Aufgaben den Landrat und den Kreistag bei der Umsetzung des Aktionsplanes beraten. Die Geschäftsstelle wird von Ines Prassler, Behindertenbeauftragte des Burgenlandkreises geführt.

 


Zurück