Aus für Burgenlandkäserei in Bad Bibra

Burgenlandkäserei Bad Bibra

Die Aufsichtsräte der Deutsches Milchkontor Group (DMK) haben am 25. September das endgültige Aus für die Burgenlandkäserei in Bad Bibra beschlossen. Zuvor waren rund 60 Mitarbeiter und Unterstützer der Burgenlandkäserei zur entscheidenden Sitzung des Aufsichtsrates nach Zeven gefahren, um direkt am Sitz des Mutterkonzerns für den Erhalt ihres Werkes zu demonstrieren.

Hierzu erklärt Landrat Götz Ulrich: "Mit der heutigen Entscheidung des Aufsichtsrates sind für die Beschäftigten die schlimmsten Befürchtungen eingetreten. Für mich als Landrat ist es nicht nachvollziehbar, wie der DMK-Aufsichtsrat den Betrieb in Bad Bibra trotz ehrlicher Bemühungen der einheimischen Landwirte und des Burgenlandkreises so eiskalt abservieren kann. Mein Respekt und Dank geht an den Betriebsratsvorsitzenden Peter Künne und die weiteren Mitglieder sowie an Jörg Most von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten, die bis zuletzt gekämpft haben. Nun müssen wir alle Kräfte bündeln und zügig prüfen, welche alternativen Möglichkeiten in der Ernährungswirtschaft in Frage kommen, um die gut ausgebildeten Fachkräfte und ihre Familien in der Region zu halten."

Hintergrund:
Bereits wenige Tage nach dem zweiten Runden Tisch hatte Ulrich die Aufsichtsräte in einem Schreiben darauf aufmerksam gemacht, dass in die Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen des Vorstandes, die dem Schließungsvorschlag der Burgenlandkäserei zugrunde liegen, folgende wichtige Überlegungen nicht eingeflossen seien:
- Die Bereitschaft der regionalen Milcherzeuger, bei Fortführung des Werkes Bad Bibra zusätzliche Milchmengen zu liefern.
- Die Abkehr von weiteren Milcherzeugern von der DMK Group im Falle der Werksschließung.
- Die vertraglich eingegangenen Verpflichtungen gegenüber den Trink- und Abwasserentsorgern in Bad Bibra, Mindestabnahmemengen unabhängig vom Weiterbetrieb des Werkes Bad Bibra zu vergüten.
- Die geringe Chance, das Werk wegen der großen Strukturschwäche der Region an einen Interessenten außerhalb einer Milchverarbeitung veräußern zu können.

Zurück