Alfa-Mobil macht auf wichtiges Thema aufmerksam

7,5 Millionen Menschen in Deutschland können nicht richtig lesen und schreiben. Die Level-One Studie der Universität Hamburg brachte diese Zahl erstmals im Jahr 2011 in den öffentlichen Raum. Heruntergerechnet betrifft das in Sachsen-Anhalt etwa 200.000 Personen, im Burgenlandkreis sind es knapp 17.000.

Lese- und Schreibprobleme sind jedoch nicht nur ein Bildungsproblem, sondern es gibt Schnittstellen zu fast allen Lebens- und Handlungsbereichen in der Gesellschaft. Das Alfa-Mobil des Bundesverbands Alphabetisierung und Grundbildung machte am Mittwoch auf dem Naumburger Markt Station. Unterwegs ist es deutschlandweit, um Werbung für Lese- und Schreibkurse zu machen. Gemeinsam mit der Volkshochschule Burgenlandkreis, die in der Region der größte Anbieter von Alphabetisierungskursen ist, berieten die Projektmitarbeiter Erwachsene, die besser lesen und schreiben möchten. Ein wichtiges Ziel ist es darüber hinaus, die Öffentlichkeit über Alphabetisierung und Grundbildung zu informieren. Doch es geht auch darum, das Umfeld anzusprechen: Freunde, Nachbarn, Chefs und Ärzte, die feststellen, dass jemand Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben hat. Die Schwierigkeit besteht darin, dass Betroffene über Programmhefte und Flyer kaum erreicht werden können. Viele wissen zwar, dass es Alphabetisierungskurse gibt, aber was genau dort gelernt werden kann, wissen sie oft nicht. Deshalb hatte das Alfa-Mobil jede Menge Fachinformationen im Gepäck, auch Unterrichtsmaterial lag aus.

Vor Ort war an diesem Tag auch Landrat Götz Ulrich gemeinsam mit der Leiterin der Volkshochschule Burgenlandkreis, Manuela Andrich. Sie sprachen mit den Experten des Projekts "Blickpunkt Alpha", das im Süden Sachsen-Anhalts zu den Themen Grundbildung und Alphabetisierung informiert und berät.

Der Burgenlandkreis selbst ist Modellregion des Projekts "AlphaKommunal - Kommunale Strategie für Grundbildung". Es will dabei helfen, eine breite gesellschaftliche Basis gegen funktionalen Analphabetismus zu erzielen und Erwachsenen das Nachholen von Grundkompetenzen zu ermöglichen. Im Burgenlandkreis liegt ein besonderer Fokus auf der Thematisierung in der Öffentlichkeit und in der Verwaltung. Dazu müssen Mitarbeiter öffentlicher Einrichtungen - vom Jobcenter bis zum Kindergarten - sensibilisiert werden, um funktionale Analphabeten erkennen und ihnen direkt Hilfe, Unterstützung und Beratung anbieten zu können. Eingebunden ist das Projekt in das kommunale Bildungsmanagement des Landkreises und widmet sich insbesondere der arbeitsplatzorientierten Alphabetisierung und Grundbildung.

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