
"Nach dem Motto "Keiner darf verloren gehen" haben alle diejenigen an den Projekten teilgenommen, die zwar als benachteiligt gelten, aber nicht länger benachteiligt sein sollten. Allein die Aktivität und die Kooperationsbereitschaft aller Beteiligten hat es geschafft, dass viele Teilnehmer durch die Projekte eine neue Perspektive erlangt haben. Damit sich das soziale Klima im Burgenlandkreis weiter nachhaltig positiv entwickeln kann, müssen wir aber auch nach STÄRKEN vor Ort weiter gemeinsam an einem Strang ziehen.", Landrat Harri Reiche.
Wenn 3 Jahre STÄRKEN vor Ort zu Ende gehen, können wir auf 3 Jahre zurückblicken, die viele Erfolge im Bereich der Jugend- und Frauenförderung im Burgenlandkreis gebracht haben. Im Rahmen des durch den Europäischen Sozialfonds (ESF*) kofinanzierten Bundesprogramms sind insgesamt 46 Mikroprojekte gefördert worden, die das gemeinsame Ziel hatten, die benachteiligten Gruppen der Jugendlichen und Frauen bei ihrer Integration in den Arbeitsmarkt zu unterstützen.
Verschiedene Probleme, wie schlechte Schulnoten, Schulverdrossenheit, Perspektivlosigkeit, Alleinerziehung, unzureichende Kinderbetreuung, Langzeitarbeitslosigkeit, erschweren es unterschiedlichen Gruppen unserer Gesellschaft immer wieder, die Herausforderungen des Lebens selbst zu bewältigen. Hier setzt der ESF an und fördert Unternehmen und Institutionen, die einen Beitrag leisten wollen, diesen Menschen bei der Lösung ihrer Probleme zu helfen.
STÄRKEN vor Ort hat benachteiligte Jugendliche und Frauen angespornt und sozial sowie beruflich integriert. Teilhabe, Chancengleichheit und Bildung sind durch die lokale Aktivierung und Kooperation verbessert worden. Für die ansässige Wirtschaft sind verschlossene Humanressourcen geöffnet worden.
Mit jährlich 150.000 € ist der lokale Aktionsplan des Burgenlandkreises von 2009 bis 2011 gefördert worden. Pro Mikroprojekt konnte man eine maximale Zuwendung in Höhe von 10.000 € an den Projektträger weiterleiten. So wurden Mikroprojekte mit einer Gesamtsumme von ca. 380.000 € über die 3 Jahre durch den ESF bezuschusst.
Die Auswahl der geförderten Projekte erfolgte über den Begleitausschuss entsprechend der vier Hauptziele des Burgenlandkreises:
Mit dem Abschluss des Programms ist es mit Hilfe unterschiedlichster Projekte gelungen, vielen Menschen zu helfen und/oder die helfende Infrastruktur zu verbessern. Benachteiligte Jugendliche und Frauen konnten in eine Ausbildung oder den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden.
Eine große Bandbreite an Mikroprojekten hat uns gezeigt, dass man auch mit wenigen Mitteln viel bewirken kann. Über 1.600 Personen wurden insgesamt mit den verschiedenen Mikroprojekten erreicht. Die Statistik zeigt, dass wir die Zielgruppen erreicht haben: Ca. 70 % aller Teilnehmer waren Frauen und Männer unter 25, 30 % waren überwiegend Frauen ab 25. Bei den Projekten waren etwa 2/3 aller STÄRKEN vor Ort-Teilnehmer weiblich.
Die Berufsorientierung ist vor allem mit der Praktikumsbörse http://www.praktika-blk.de/ unterstützt worden, aber auch durch Profilings von Sekundar- und Förderschülern sowie außerschulischen Beschäftigungsmaßnahmen zum "Reinschnuppern" in einen Beruf. Zu nennen sind da z.B. die Aktivitäten von Herrn Malguth aus Laucha, der sich für Holzberufe einsetzt, der Verein für Jugend und Technik aus Lützen, der Jugendlichen sinnvolle handwerkliche Tätigkeiten ermöglicht oder die Volkshochschule BLK, die Migranten in Ehrenämter vermittelt hat.
Bei den Aktivierungsmaßnahmen für Frauen fanden vor allem die Projekte des BWSA aus Weißenfels, von Psychotherapeutin Heide Hey aus Naumburg und vom DRK Kreisverband Weißenfels Anklang, da diese eine Kombination aus Einzel- und Gruppencoaching angeboten haben.
Des Weiteren sprechen für eine Stärkung des sozialen Zusammenhalts in der Region die Projekte der ETZ Projektmanagement GmbH, die für das Integrationsnetzwerk eine Internetplattform aufgebaut hat, des Internationalen Bunds, der ein interkulturelles Straßenfest organisierte, und der AWO, die in der Multikulturellen Begegnungsstätte in Weißenfels Jugendliche mit Migrationshintergrund individuell betreuen.
Das CJD hat die Rolle der Eltern bei der Berufsorientierung ihrer Kinder stärker in den Vordergrund gerückt. Frau Krug von der K & S gGmbH hat in ihrer Kindertagesstätte ein Engagement-Zentrum für Alleinerziehende ins Leben gerufen.
Insgesamt sind viele Bürger des Burgenlandkreises neu aktiviert und Kooperationen unterstützt worden, die nachhaltig einen Einfluss auf das soziale Klima im Burgenlandkreis haben werden.
(*Der Europäische Sozialfonds leistet einen Beitrag zur Entwicklung der Beschäftigung durch Förderung der Beschäftigungsfähigkeit, des Unternehmergeistes, der Anpassungsfähigkeit sowie der Chancengleichheit und der Investitionen in die Humanressourcen.)
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