Stippvisite im Jahn-Museum Freyburg

Rundgang durch das Museum mit Leiterin Manuela Dietz (2.v.r.).
Friedrich Ludwig Jahn ist vielen als "Turnvater" und Schöpfer der nationalen Turnbewegung bekannt. Wieviel mehr hinter seinem Streben zur "Ertüchtigung junger Menschen durch Leibesübungen im Freien" steht, zeigt das einzige Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum Deutschlands in Freyburg. Betrieben wird es von der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft.

Gemeinsam mit Bildungsamtsleiter Dr. Lars Knopke, Kulturmanager Johannes Kunze und Wilmar Kabisch, Vorsitzender des Bildungs- und Kulturausschusses, besuchte Landrat Götz Ulrich das Haus am Fuße der Neuenburg. Mit dabei war auch der Geschäftsführer des Kreissportbundes Rayk Peiser. Hansgeorg Kling, Präsident der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft, und Museumsleiterin Manuela Dietz empfingen die Gäste im Ehrenhof. Kling informierte zunächst über die Tätigkeiten der Gesellschaft, die das Leben und Wirken Jahns erforscht und sein Erbe bewahrt: "Rund 430 Mitglieder zählt unsere Gesellschaft aktuell und wir unterhalten Beziehungen zu den Landesturnverbänden, Hochschulen, Schulen und Museen, um unserem Auftrag gerecht zu werden", so der Präsident. Tagungen, sporthistorische Veranstaltungen, das Jahnturnen, museumspädagogische Angebote sowie Publikationen zum Wirken Jahns zeugen davon.

Anschließend führte Museumsleiterin Manuela Dietz durch die Dauerausstellung, die das Leben Friedrich Ludwig Jahns dokumentiert und seine Verdienste um die Entwicklung der Turnbewegung in Deutschland würdigt. In vier verschiedenen Themenwelten können Besucher in die zahlreichen Facetten des Turnvaters vordringen und den Blick über das Turnen hinaus richten. "Es war insbesondere die Niederlage Preußens in der Schlacht von Jena und Auerstedt 1806 und die Besetzung durch Napoleon, die Friedrich Ludwig Jahn stark prägten. Viele kennen ihn nur als den ‚Turnvater‘, dabei war sein Wirken immer schon eng mit der Idee der Befreiung und Einheit Deutschlands verflochten", so Dietz.

Landrat Götz Ulrich zeigte sich überaus interessiert an den politischen Bestrebungen Jahns. Er regte an, in Zusammenarbeit mit dem Saale-Unstrut-Tourismus e.V. ein touristisches Cluster zur napoleonischen Zeit zu etablieren und die touristische Vermarktung neu zu überdenken. "Das Thema napoleonische Zeit lässt sich im Dreiländereck hervorragend bespielen. Mit Großgörschen, Lützen, Hassenhausen, Jena und Leipzig gibt es zahlreiche Anknüpfungspunkte. Ich werde das Thema daher in eine der nächsten Sitzungen der Arbeitsgruppe Kultur und Tourismus der Metropolregion Mitteldeutschland einbringen", so Ulrich.

Große Zukunftspläne hat das kleine Museum, das sich im Original-Wohnhaus Jahns befindet, ohnehin. So soll mit Hilfe des so genannten Crowd-Fundings (übersetzt Schwarmfinanzierung) ein neues Museumscafé entstehen, in dem Besucher bei einer Tasse Kaffee den Blick über das Unstruttal genießen können. Weitere Baumaßnahmen sind für das ehemalige Wohnhaus Jahns notwendig. Landrat Götz Ulrich hat hierzu Vertreter des Wirtschaftsministeriums, des Innen- und Sportministeriums, des Ministeriums für Kultur sowie des Landesmuseumsverbandes nach Freyburg eingeladen, um über die Baupläne gemeinsam zu sprechen und auszuloten, was gefördert werden könnte.

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